gegen Homophobie!

Tages- und Weltgeschehen / Politik, die nicht in die anderen Kategorien passt.
andi_freibeuter1910
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von andi_freibeuter1910 » 15.05.2019 18:56

Jetzt fernab meiner Mod-Tätigkeit: Den Brass ob dieser Berichte kann ich absolut verstehen. Allerdings auch die Meinung, dass hier niemand die Todesstrafe fordern sollte.

Nehme das mit der Todesstrafe doch einfach zurück. Ich sehe irgendwie nicht, dass das jetzt dramatische Züge annehmen sollte.

halbfan
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von halbfan » 16.05.2019 02:06

Todesstrafe kapiere ich eh nicht. Sich einfach verpissen können bei so etwas? Dagegen!
Dann lieber lebenslang in den Knast und in einem homoerotischen Umfeld vor Ort jene wissen lassen, was der/diejenigen getan haben.
Eine lebenslange Einsamkeit in einem Umfeld von lauter Menschen, die dich (zu Recht!) hassen ist kein Spaß.
Oder, anders ausgedrückt: Genau das Richtige in diesem Fall.
;)

leo
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von leo » 16.05.2019 08:37

Sorry Halbfan, deine Fantasien sind mE noch unglaublicher, als im (nachvollziehbaren) Affekt die Todesstrafe für Folterer zu fordern.
Du erhoffst dir also Selbstjustiz, lebenslange Folter für die Täter und , völlig schräg, auch im Bezug zum Threadthema, hältst ein Gefängnis für ein homo-erotisches(!) Umfeld.
Großes Kopfschütteln. On Top bezeichnest du das Getötetwerden per Gesetz als "sich verpissen". Als hätte der/die Betroffene die Wahl.
Ich fasse es nicht und hofffe, du nimmst das alles zurück, weil es gestern schon spät war.
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Babo
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von Babo » 16.05.2019 09:46

Und was, wenn der halbfan es nicht zurücknimmt, schmeißt ihr ihn dann raus, oder was?
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„Enttäuscht vom Affen, schuf Gott den Menschen. Danach verzichtete er auf weitere Experimente.“ Mark Twain

leo
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von leo » 16.05.2019 10:04

Hä?
Warum sprichst du mich mit "ihr" an?
Wo habe ich was von Rausschmiss geschrieben?
Ich kann hier gar niemanden rausschmeißen.
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halbfan
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von halbfan » 16.05.2019 10:08

Gut, ich habe es überspitzt, aber mal ehrlich, eine Todesstrafe kommt nicht infrage, alleine deswegen schon, weil sie auch Unschuldige treffen kann und man es nicht mehr rückgängig machen kann. Menschen, die andere Menschen aus Gesinnung foltern und sogar töten, müssen aber vor dieser Gesellschaft geschützt werden, und da fällt mir nur lebenslang ein.
Foltern im Gefängnis ist keine Option, da hast du recht, aber was eine sein könnte ist, dass ausgerechnet jene, die diese Menschen verachten, mit im Knast sitzen und schlicht umdenken müssen, wenn sie ihren Gefängnisaufenthalt erträglich gestalten möchten. Wenn sie es dann nicht tun, ist es ihr eigener Hass, der ihnen das Leben dort dann schwer macht. Und dann habe ich wirklich kein Mitleid mit ihnen, dass sie so sehr darunter leiden, dass genau jene direkt vor ihre Nase sitzen, die sie so sehr verachten.
Funktioniert freilich nur, wenn die andere Gruppe die Mehrheit stellt und nicht selbst unter deren Hass leidet.

leo
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von leo » 16.05.2019 10:25

halbfan hat geschrieben:
16.05.2019 10:08
Gut, ich habe es überspitzt, aber mal ehrlich, eine Todesstrafe kommt nicht infrage, alleine deswegen schon, weil sie auch Unschuldige treffen kann und man es nicht mehr rückgängig machen kann.
Das sehe ich auch so, ist aber auch etwas völlig anderes, als was du vorher geschrieben hast.
Menschen, die andere Menschen aus Gesinnung foltern und sogar töten, müssen aber vor dieser Gesellschaft geschützt werden, und da fällt mir nur lebenslang ein.
Das meinst du sicherlich andersrum ;-)
Foltern im Gefängnis ist keine Option, da hast du recht, aber was eine sein könnte ist, dass ausgerechnet jene, die diese Menschen verachten, mit im Knast sitzen und schlicht umdenken müssen, wenn sie ihren Gefängnisaufenthalt erträglich gestalten möchten. Wenn sie es dann nicht tun, ist es ihr eigener Hass, der ihnen das Leben dort dann schwer macht.
Deine Vorstellung von Gefängnisleben- woher hast du die? Ist da irgendwas faktengestützt, oder hast du viel Fantasie? Nach deiner Fantasie müsste der Großteil der Insassen schwul sein. Das wusste ich bisher nicht.
Und dann habe ich wirklich kein Mitleid mit ihnen, dass sie so sehr darunter leiden, dass genau jene direkt vor ihre Nase sitzen, die sie so sehr verachten.
Schönes Beispiel für Vermischung von Justiz und Emotion. Nur weil ich eine Todesstrafe ablehne, habe ich sicherlich kein Mitleid mit den Tätern.
Von meinem grundsätzlichen humanistischen Empfinden abgesehen.
Funktioniert freilich nur, wenn die andere Gruppe die Mehrheit stellt und nicht selbst unter deren Hass leidet.
Ich halte es tatsächlich für wahrscheinlicher, dass die Täter mit Homophobie im Gefängnis besser leben können als wenn sie selber schwul wären.
Wissen tu ich das aber auch nicht.


Naja, du scheinst mir da was gehörig ducheinander gebracht zu haben. Vielleicht hast du mal gehört, dass es im Justizvollzug zu homosexuellen Handlungen kommt, daraus ist dann am Ende aus deiner Tastatur gekommen, dass homophobe Menschen es im Knast schwer haben.
Gewagte Konstruktion, würde ich sagen.
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von halbfan » 16.05.2019 10:33

leo, ich meine es anders. Jemand da oben wünschte ihnen die Todesstrafe an den Hals. Ich wünsche mir etwas anderes, nämlich dass genau solche Leute in einem Knast landen, in dem Schwule die Mehrheit stellen. Nicht, damit diese dort fertig gemacht werden, sondern damit ihnen ihr Hass auch dort noch auf die Füße fällt.

Die Realität wird sich im Zweifel anders darstellen. Da die deutliche Mehrheit Hetero ist und nicht Schwul in der Gesellschaft, wird sich diese Zusammensetzung im Zweifel auch in den Gefängnissen widerspiegeln. Weswegen dieser Wunsch unrealistisch ist, beide Gruppen ausgerechnet im Knast miteinander zu konfrontieren, denn wenn die Hassenden die Mehrheit stellen sollten, wäre der Knastaufenthalt für die Schwulen wiederum doppelt hart.

Ich wünsche mir schlicht, dass Hass jenen, die hassen, auf die Füße fällt. Überall. Auch im Knast.
Mehr wollte ich damit eigentlich auch nicht sagen. Und ja, ich war gestern nacht zu emotional und habe da einen rausgehauen, das viel zu übertrieben war.
Dafür entschuldige ich mich auch. Man sollte nicht im Affekt schreiben. :nein:

Flecktier
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von Flecktier » 16.05.2019 12:39

Bei allem Furor der hier durchs Forum fegt, finde ich es einfach angemessen mal Artikel auch genau zu lesen. Ich sehe in dem ganzen Fall eine gruselige gesellschaftliche Melange von reichlich kaputten Menschen. Der Artikel zeigt für mich auch gar kein eindeutiges Motiv für die gruselige Tat. Wir haben Nazis, wir haben einen Schwulen, die irgendwie und wohl immer wieder miteinander abgehangen haben. Wir haben Alkohol und Drogen die dann im ganzen Brei zu einer unfassbaren Tat geführt haben. Letztlich kann ich weder ein eindeutig politische Motiv so wirklich erkennen und auch der Hass auf Schwule klingt für mich nur als ein Teil dieser an sich unfassbaren Tat raus. Die Schilderungen sind für mich eher ganz frustrierend. Da haben Menschen komplett ihr Menschsein an die Wand gefahren und das ja wohl schon über etliche Jahre.

Die Täter sind auch mit dem normalen Strafrecht kaum greifbar. Ich halte die "Lehre" Knast hier für ein ganz schwieriges Thema. Ich beneide das Gericht nicht in diesem Fall. Ich hoffe nur, dass der Drogenkonsum, so wie der Alkohol nicht in eine Unzurechnungsfähigkeit umgedeutet wird.

Ich bin da relativ streng. Ich finde es nicht so wichtig, als was eine Tat meist relativ plakativ eingestuft wird. Ich finde es wichtig, dass deutsche Gerichte weiterhin versuchen, eine Tat bis ins kleinste Detail zu ergründen und die Motive finden. Für mich liegen die hier in einem komplett kauptten Umfeld. Ärgerlich ist daran vor allem, dass die Vortaten mal wieder niemanden interssiert haben. Für mich wird viel zu selten auf wirkliche, auch bei kleinen Taten, Resozialisierung geachtet. Die kriegen ihre Strafen und machen immer weiter. Das frustriert mich. Was bringt dann eine Strafe? Ich zweifele hier tatsächlich an, dass die Täter überhaupt lebensfähig waren. Scheinbar haben sie kein soziales Umfeld, keinen Job, kein Leben ohne Alkohol und Drogen und ihren rechten Hass.

Die Todesstrafe ist überhaupt keine Option, nie und bei niemandem. Das Gleiche gilt für mich bei irgendwelchen Rachephantasien. Die haben in einer staatliche Sanktion nichts zu suchen. Sie haben auch im privaten Bereich nichts zu suchen. Es gab genug Länder in denen private Rache und Familienfehden geduldet wurden. Ich will so etwas nicht.

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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von andi_freibeuter1910 » 16.05.2019 12:51

Na, jetzt warten wir mal das Urteil ab. Das dürfte in diesem Fall aber auf lebenslang und ggf. auch Sicherungsverwahrung für den Haupttäter hinauslaufen. Ich vertrete immer die These, dass sich Menschen grundsätzlich ändern können: In diesem Fall wäre eine lange Haftstrafe zum Schutz der Gesellschaft vermutlich durchaus angebracht.

Davon ab interessiert mich etwas ganz anderes: Eine liberale Herangehensweise im Strafrecht finde ich zwar absolut begrüßenswert, aber der Haupttäter hatte immerhin schon 27 (!) Einträge in der Polizeiakte gesammelt. Ich kenne die Geschichte nicht im Einzelnen, aber offenbar war unter anderem gefährliche Körperverletzung dabei. Bei G20 sieht man, wie schnell Leute in den Knast kommen können. Andere sammeln dagegen im Vierteljahrestakt Vorstrafen und sind auf freiem Fuß. Irgendwie stimmen da die Maßstäbe doch nicht.

Das Ganze erinnert mich an den Überfall auf das Pawlow in Dresden nach unserem Auswärtsspiel hier. Der Prozess hat vor wenigen Monaten stattgefunden. 5 (!) Jahre nach dem Überfall. Und wurde gegen eine geringe Geldzahlung eingestellt. Obwohl die Vorwürfe mit Land- und Hausfriedensbruch, Körperverletzung und Sachbeschädigung nicht ohne waren und die Beweislage klar war. Ein Fanclubmitglied, der in Aue auf einen Hitlergruß-Zeigenden einen fast leeren Bierbecher geworfen und dabei nebenstehende Polizisten leicht touchiert hatte, musste mehr als dieser Beteiligter an einem organisierten Nazi-Hooligan-Angriff zahlen.

Ich finde die Fragen rundum den Strafvollzug nicht einfach. Viel an Kritik teile ich. Als Drogendealer rein in den Knast, als IS-Mitglied raus. Zum Beispiel, ist ja mehrere Male passiert. Zu viele sitzen auch unnötig im Knast, bis hin zu Fehlurteilen der angeblich unfehlbaren Justiz. Die "Knäste abschaffen"-Parole kann ich aber nicht mittragen. Manche Menschen sind einfach gefährlich, sicherlich durch die Umstände geprägt. Ob falsch sozialisiert oder auf Chrystal Meth: Ändert nichts daran, dass sie eine Gefahr darstellen.

Eine weitere Anekdote aus meiner Stammkneipe. Sonntagabend kommt ein Chemnitzer rein, der gerade die JVA Dresden verlassen durfte. Ich habe am schwach besetzten Tresen mit der Bedienung rumgeschäkert: Das hat ihm offenbar nicht gefallen, komplett ausgerastet. Rausbefördern war angesichts seiner massiven Aggressivität und der niedrigen Besucherzahl keine Option: Der war so durchgeschossen, dass man das Schlimmste befürchten musste. Zum Glück war ein Sozialpädagoge als Stammgast vor Ort. Dem ist es gelungen, den einigermaßen zu beruhigen. Auch wenn der Sozialpädogoge und alle anderen kurz vor dem Abkotzen waren, der Spinner hatte unter anderem HooNaRa-Gesänge angestimmt. Fast noch finsterer war dann, dass er massive Drohungen gegen seine Ex-Freundin ausgestoßen hatte.

Dasselbe Milieu wie die Täter in diesem Fall: Rassistisch, homophob, sexistisch, gewaltbereit, Drogen zugeneigt und vollkommen irre. Er hatte im Hostel überm Pawlow übernachtet. Einen Tag später Großeinsatz der Polizei, die haben ihn wieder einkassiert. Ich war wirklich froh, die Drohungen gegen seine Ex-Freundin hörten sich erschreckend glaubwürdig an. Was macht man mit solchen Menschen? Letztlich ist Knast die einzige Möglichkeit.

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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von Flecktier » 16.05.2019 12:59

andi_freibeuter1910 hat geschrieben:
16.05.2019 12:51


Dasselbe Milieu wie die Täter in diesem Fall: Rassistisch, homophob, sexistisch, gewaltbereit, Drogen zugeneigt und vollkommen irre. Er hatte im Hostel überm Pawlow übernachtet. Einen Tag später Großeinsatz der Polizei, die haben ihn wieder einkassiert. Ich war wirklich froh, die Drohungen gegen seine Ex-Freundin hörten sich erschreckend glaubwürdig an. Was macht man mit solchen Menschen? Letztlich ist Knast die einzige Möglichkeit.
Im Grunde brauchst Du für solche Typen (so wie auch die oben in dem Fall) eigene Knäste. So ein "normaler" Knast hilft da kaum. Das ist natürlich aber echt teuer und eine Garantie gibt es natürlich auch nicht. Ich sage ja, irgendein Link fehlt ziwschen Wiederholungstätern, bis es dann zu einer schweren Straftat kommt. Leider ist es dann wohl auch so, dass die Wiederholungstat eben sehr häufig nicht zu einer Gefängnisstrafe führt, weil es eben viel Geld kostet, jemanden einzubuchten. Rechtlich ermöglicht ja die Wiederholung durchaus eine Haftstrafe anzuordnen, wenn andere Strafen offensichtlich ins Leere gehen.

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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von emzpiraatin » 16.05.2019 13:11

Kurzer moderativer Einschub in die inzwischen wieder sachliche Diskussion zum Thema.

Dieser Thread heißt „gegen Homophobie“. Off Topic Beiträge werden ab jetzt gelöscht. Bei dringendem Impuls einen separaten Thread eröffnen.*

Bevor ihr hier Postings absetzt, lest sie bitte nochmal durch. Relativierungen, Verallgemeinerungen, Pauschalisierungen, verdeckt homophobe Äußerungen gab es jetzt genug. Manchmal hilft auch die Editierfunktion, statt des drölfzigsten Rechtfertigungsversuchs...

Edit: Anmerkungen zur administrativen Vorgehensweise bitte nach wie vor hier: viewtopic.php?f=7&t=81749&start=405


*UPDATE
viewtopic.php?p=4531793#p4531793
:megafon:
Bitte bei Diffamierungen etwas kreativer vorgehen und zudem vorab prüfen, ob ich mich davon überhaupt angegriffen fühlen könnte.
Glaubt mir, ihr erfindet das Rad nicht neu, ihr macht euch nur zum Otto.

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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von Babo » 16.05.2019 13:26

Flecktier hat geschrieben:
16.05.2019 12:39
Ich hoffe nur, dass der Drogenkonsum, so wie der Alkohol nicht in eine Unzurechnungsfähigkeit umgedeutet wird.
Hoffen wird da wenig helfen, ist doch Usus in diesem Land, dass du nur genug Alk oder eben genug Drogen intus haben musst, um einigermaßen glimpflich aus so ziemlich jeder Scheiße herauszukommen. Das weiß auch jeder Straftäter und wird es von daher entsprechend handhaben. Ich für meinen Teil habe jedenfalls schon lange Zeit überhaupt kein Vertrauen mehr in die Justiz und das wird sich wohl so schnell auch nicht ändern.

Vorschlag: Man könnte auch diesen Thread nutzen:
viewtopic.php?f=11&t=83637&start=165#lastpostonpage
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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von andi_freibeuter1910 » 16.05.2019 13:34

Wobei ich in diesem Fall nicht glaube, dass sich die Täter bewusst bzgl. Strafmilderung abgeschossen haben. Das ist in deren Milieu nunmal ein Alk- und Drogensumpf.

Allerdings mit einer gesellschaftlichen Dimension: Alk- und Drogenopfer gibt es auf der Welt viele, aber zum Glück werden nicht alle homophob, rassistisch etc. Diese Einstellungen müssen sie irgendwoher haben. Dass dieses schreckliche Verbrechen in Sachsen passiert, wundert leider nicht. Und wenn ich dann noch lese, dass für die Fußball wichtig war, erahne ich deren Sozialisation...

Homophobie und anderes ist leider in manchen Parallelgesellschaften normal. In Verbindung mit Alk und vor allem auch Chrystal Meth passiert dann das, was geschehen ist.

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Re: gegen Homophobie!

Beitrag von jepn » 16.05.2019 14:39

Flecktier hat geschrieben:
16.05.2019 12:39
Bei allem Furor der hier durchs Forum fegt, finde ich es einfach angemessen mal Artikel auch genau zu lesen. Ich sehe in dem ganzen Fall eine gruselige gesellschaftliche Melange von reichlich kaputten Menschen. Der Artikel zeigt für mich auch gar kein eindeutiges Motiv für die gruselige Tat. Wir haben Nazis, wir haben einen Schwulen, die irgendwie und wohl immer wieder miteinander abgehangen haben. Wir haben Alkohol und Drogen die dann im ganzen Brei zu einer unfassbaren Tat geführt haben. Letztlich kann ich weder ein eindeutig politische Motiv so wirklich erkennen und auch der Hass auf Schwule klingt für mich nur als ein Teil dieser an sich unfassbaren Tat raus. Die Schilderungen sind für mich eher ganz frustrierend. Da haben Menschen komplett ihr Menschsein an die Wand gefahren und das ja wohl schon über etliche Jahre.

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Ich bin da relativ streng. Ich finde es nicht so wichtig, als was eine Tat meist relativ plakativ eingestuft wird. Ich finde es wichtig, dass deutsche Gerichte weiterhin versuchen, eine Tat bis ins kleinste Detail zu ergründen und die Motive finden. Für mich liegen die hier in einem komplett kauptten Umfeld. Ärgerlich ist daran vor allem, dass die Vortaten mal wieder niemanden interssiert haben. Für mich wird viel zu selten auf wirkliche, auch bei kleinen Taten, Resozialisierung geachtet. Die kriegen ihre Strafen und machen immer weiter. Das frustriert mich. Was bringt dann eine Strafe? Ich zweifele hier tatsächlich an, dass die Täter überhaupt lebensfähig waren. Scheinbar haben sie kein soziales Umfeld, keinen Job, kein Leben ohne Alkohol und Drogen und ihren rechten Hass.

Die Todesstrafe ist überhaupt keine Option, nie und bei niemandem. Das Gleiche gilt für mich bei irgendwelchen Rachephantasien. Die haben in einer staatliche Sanktion nichts zu suchen. Sie haben auch im privaten Bereich nichts zu suchen. Es gab genug Länder in denen private Rache und Familienfehden geduldet wurden. Ich will so etwas nicht.
danke für den guten Beitrag, der zum eigentlichen Thema führt und nicht die Todesstrafe diskutiert.

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