Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

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A Las Barricadas
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Beitrag von A Las Barricadas » 15.12.2018 15:05

Nicht ganz Hamburg, aber Bezug zu Verkehr:

Bei uns in der Ecke fallen mittlerweile eigentlich jede Woche, manchmal auch mehrere Tage die Woche immer wieder Züge komplett aus, weil kein Personal bei der Bahn verfügbar ist. Regelmäßig gibt es dann nicht einmal SEV.

Hier mal die Ausfälle nur von heute:

Zugausfälle der Westfrankenbahn auf den Linien:

• 13.31 Uhr | RE23392 | Crailsheim - Bad Mergentheim
• 15.03 Uhr | RB23494 | Bad Mergentheim - Wertheim
• 16.05 Uhr | RB23495 | Wertheim - Bad Mergentheim
• 16.35 Uhr | RE23389 | Wertheim - Crailsheim
• 17.03 Uhr | RB23496 | Bad Mergentheim - Wertheim
• 18.05 Uhr | RB23497 | Wertheim - Bad Mergentheim
• 19.03 Uhr | RB23492 | Bad Mergentheim - Tauberbischofsheim
• 20.13 Uhr | RB23491 | Lauda - Bad Mergentheim

Grund: kein Personal

KEIN SEV bei 13.31 Uhr und 16.35 Uhr vorhanden.
Schienenersatzverkehr (SEV) bei den Restlichen mit Bussen eingerichtet.

Ich bin gespannt wo die Bahn die unzähligen Mitarbeiter_innen die fehlen her bekommen will. Es ist ja nicht so, dass der Arbeitsmarkt aktuell viele Menschen zur Verfügung stellen könnte. Es fehlt ja überall an Mitarbeiter_innen. Dieses wir exportieren die halbe Welt zu Grunde bringt halt auch sowas mit sich.
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Tyler » 07.01.2019 19:51

Und wieder mal zeigen Verkehrsexperten und andere Städte Lösungen auf. Ob wir es noch erleben werden, dass diese Erkenntnisse und Erfahrungen auch in die Köpfe der meisten Hamburger einsickern...?

„Es war ein Fehler, auf die Straßenbahn zu verzichten“

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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Atlant » 21.01.2019 15:16

Luxemburg geht anders mit dem Problem um und bietet nun grundsätzlich
kostenlose Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln
an. Pendler sollen mit
Großzügigen Pendlerparkplätzen an den Grenzen zu den Nachbarländern
zum Umstieg animiert werden.

Das alles veranlasst tagesschau.de dazu, sich mit dem Thema als Topmeldung auseinanderzusetzen.

Elvis Andrews
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Elvis Andrews » 21.01.2019 16:03

Tyler hat geschrieben:
07.01.2019 19:51

Bitte wenden!
Die Stadt Wien ist da schon weit: (...) Dafür kann man die Jahreskarte für die allseits geschätzten "Öffis" für 365 Euro kaufen. Im viel kleineren Frankfurt kostet die ÖPNV-Jahreskarte 891 Euro.
Und in Hamburg grad mal 1.353,60 als Abokarte? (AB+1 Tarifzone) :lach:
:(

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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Babo » 04.06.2019 10:15

118 Stunden im Stau stehen jährlich. Schönes Hobby.

https://www.google.de/search?client=saf ... 68&bih=927
(Lesbarer Link über Google)

https://www.abendblatt.de/hamburg/artic ... -ADAC.html
(Direktlink)
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Tyler » 04.06.2019 11:47

Es hat in den letzten Jahren innerhalb der Bevölkerung Hamburgs durchaus Anfänge eines Umdenkens gegeben. Noch vor 10 oder 15 Jahren wurdest du als Partei von den Wählern gnadenlos abgestraft, wenn du auch nur einen Millimeter den Autos wegnehmen wolltest oder über das Wort "City-Maut" auch nur nachgedacht hattest. Inzwischen hat sogar die CDU ihr Wahlprogramm in die richtige Richtung geändert (allerdings immer noch viel Quark drin).

Gleichwohl: Wenn ich sehe, wie heftig Eltern und Lehrer an einer Schule an der Alsterdorfer Straße mit den Behörden (bislang erfolglos) darum kämpfen müssen, damit vor ihrer Schule eine Tempo-30-Zone um pupsige 300 Meter verlängert wird (dabei geht die Sicherheit von Kindern doch - angeblich - über alles), dann wird einem klar, wie weit wir von einer Verkehrswende noch entfernt sind...
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Flecktier » 05.06.2019 19:13

Tyler hat geschrieben:
04.06.2019 11:47
Es hat in den letzten Jahren innerhalb der Bevölkerung Hamburgs durchaus Anfänge eines Umdenkens gegeben. Noch vor 10 oder 15 Jahren wurdest du als Partei von den Wählern gnadenlos abgestraft, wenn du auch nur einen Millimeter den Autos wegnehmen wolltest oder über das Wort "City-Maut" auch nur nachgedacht hattest. Inzwischen hat sogar die CDU ihr Wahlprogramm in die richtige Richtung geändert (allerdings immer noch viel Quark drin).

Gleichwohl: Wenn ich sehe, wie heftig Eltern und Lehrer an einer Schule an der Alsterdorfer Straße mit den Behörden (bislang erfolglos) darum kämpfen müssen, damit vor ihrer Schule eine Tempo-30-Zone um pupsige 300 Meter verlängert wird (dabei geht die Sicherheit von Kindern doch - angeblich - über alles), dann wird einem klar, wie weit wir von einer Verkehrswende noch entfernt sind...
Ich unke. Die Zone kommt bald. Mal schauen.

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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Stammtischstratege » 06.06.2019 22:03

Tyler hat geschrieben:
04.06.2019 11:47
Es hat in den letzten Jahren innerhalb der Bevölkerung Hamburgs durchaus Anfänge eines Umdenkens gegeben. Noch vor 10 oder 15 Jahren wurdest du als Partei von den Wählern gnadenlos abgestraft, wenn du auch nur einen Millimeter den Autos wegnehmen wolltest oder über das Wort "City-Maut" auch nur nachgedacht hattest. Inzwischen hat sogar die CDU ihr Wahlprogramm in die richtige Richtung geändert (allerdings immer noch viel Quark drin).
Stimmt schon, zumindest in bestimmten Milieus ist man durchaus offener dafür geworden, sich auch mal ohne eigenes Auto fortzubewegen.
Allerdings "liefert" die Politik ja bisher kaum: Im Gegensatz zu Großstädten in anderen Ländern wird in Deutschland der ÖPNV höchstens tröpfchenweise ausgebaut. In Berlin werden z.B. seit dem Amtsantritt von Rot-Rot-Grün alle paar Wochen neue Ideen für Verbesserungen laut, aber so gut wie nichts wird umgesetzt bzw. in die Wege geleitet.
Dazu ein ganz gutes Zitat von einem progressiven Berliner Verkehrsverband: Das Verhältnis zwischen Bevölkerung und Politik sei bei umweltfreundlichen Verkehrsformen zurzeit wie bei einem Tiger, der zum Dompteur sagt: "Halt mir mal den Ring hoch, damit ich durchspringen kann."

Die bereits bestehenden ÖPNV-Netze sind bis auf extremen Verschleiß kaputtgespart. Da hier ja der Thread zu Hamburg ist, mal ein Link zur Situation bei der Hamburger S-Bahn diesen Dienstag.
Auch die Hochbahn versagt mal wieder bei einem Schienenersatzverkehr. Dass die Busse im Stau stehen, ist natürlich nicht die Schuld der Hochbahn. Aber vielleicht sollte man bei der Verkehrsbehörde mal über Busspuren nachdenken.
In Hamburg hat sich immerhin mal der Senator zur S-Bahn geäußert, in Berlin kommt dazu nie was. Mutmaßlich befürchtet die Senatorin hier, das Image des ÖPNV noch weiter zu verschlechtern, wenn sie sich dazu äußern würde. Als ob die Pendler*innen das nicht selbst merken bzw. von anderen Leuten hören würden. So wirkt es, als sei es dem Senat egal und als seien Verbesserungen überhaupt nicht in Sicht.

In Berlin ist die zur Deutschen Bahn gehörende S-Bahn ja auch seit mindestens zehn Jahren chronisch chaotisch. Die Fahrzeuge sind inzwischen seltener kaputt, genügend Lokführer*innen gibt es inzwischen auch - dem Vernehmen nach wurden zahlreiche Straßenbahnfahrer*innen durch höheres Gehalt und bessere Arbeitsbedingungen von der BVG (bzw. ihrer Tochterfirma) abgeworben. Allerdings gibt es weiterhin mehrmals täglich Signal- und Weichenstörungen. Wenn es gut läuft, eher in der Peripherie - wenn es schlecht läuft (wie z.B. gestern) auf den Hauptstrecken. Allerdings kann man da einfacher ausweichen, während Umland-Bewohner*innen das bei Störungen kaum können, da sie auf eine bestimmte Linie angewiesen sind. Deshalb kann man da auch denen nicht wirklich böse sein, die weiterhin Auto fahren. Wegen der vielen Störungen muss man im Umland sowieso immer ein Auto für den Arbeitsweg in der Hinterhand haben (falls der zu lang fürs Fahrrad ist). Warum dann also zusätzlich eine Abo-Karte für den ÖPNV kaufen? Zumal das Parken in den Großstädten ja immer noch spottbillig ist, weshalb es auch keinen finanziellen Anreiz gibt.

Die BVG (gehört dem Land und betreibt U-Bahn, Straßenbahn und Busse) war bis vor ungefähr einem Jahr deutlich zuverlässiger als die S-Bahn. Aber dort waren die letzten Jahre auch die typischen BWL-Menschen an der Spitze, die Boni für gute Bilanzen kassieren. Daher wurde die Anschaffung neuer Fahrzeuge verschleppt, um die Zahlen zu schönen. Busse kann man immer kaufen, aber bei der Lieferung neuer U-Bahnen und Straßenbahnen gibt es jetzt massive Verzögerungen.
Zudem gibt es bei allen Fahrzeugtypen inzwischen Fahrer*innenmangel. Bekanntermaßen sind die Mieten in den letzten Jahren in Berlin massiv gestiegen - viel schneller als woanders, weil es hier länger als in anderen Großstädten noch recht billig war. Hingegen bezahlt die BVG neue Fahrer*innen viel schlechter als jene mit alten Arbeitsverträgen. Denn als das Land Berlin in den 2000ern noch hochverschuldet war und im Gegensatz zu heute nur niedrige Steuereinnahmen hatte, wurde eine Tochterfirma (Berlin Transport) gegründet, um neues Personal zu deutlich schlechteren Konditionen einzustellen. "Komischerweise" kann man mit diesen Bedingungen (trotz einiger kleinerer Gehaltserhöhungen) heute offenbar nicht mehr genügend Leute hinterm Ofen hervorlocken. Hier ein offener Brief der Fahrer*innen aus dem letzten September
Meine Meinung: Wenn der rot-rot-grüne Senat es ernst meint mit einem besseren ÖPNV und einer arbeitnehmer*innenfreundlichen Politik, dann gehört diese Tochtergesellschaft sofort aufgelöst. Bisher ist aber nichts in diese Richtung zu vernehmen.

Und ich vermute, in anderen deutschen Großstädten ist die Situation ähnlich wie in Berlin und Hamburg.
Sutje bedankte sich

Tyler
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Tyler » 12.06.2019 15:39

Die Mängelliste und der Weg zu einer lebenswerten Stadt in Sachen Straßenraum sind endlos lang.
Aus Protest AfD zu wählen, weil die Politik nicht gefällt, ist, wie in der Kneipe aus dem Klo zu trinken, weil das Bier nicht schmeckt.

Elvis Andrews
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Elvis Andrews » 12.06.2019 18:05

Jepp. Alles voller Schlaglöcher :evil:
:(


Tyler
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Tyler » 12.06.2019 19:28

Empfehlung als Beispiel: Radweg Kieler Straße zwischen Stresemannstraße und Eimsbüttler Marktplatz, beide Seiten. Das reinste Vergnügen. Die Fahrbahn sieht dagegen echt gut aus. Leider darf man als Radfahrer nicht darauf fahren. Und so wie die da heizen in der kurvigen Straße wäre das auch lebensgefährlich.
Aus Protest AfD zu wählen, weil die Politik nicht gefällt, ist, wie in der Kneipe aus dem Klo zu trinken, weil das Bier nicht schmeckt.

Mego
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Mego » 13.06.2019 00:47

Tyler hat geschrieben:
12.06.2019 19:28
Empfehlung als Beispiel: Radweg Kieler Straße zwischen Stresemannstraße und Eimsbüttler Marktplatz, beide Seiten. Das reinste Vergnügen. Die Fahrbahn sieht dagegen echt gut aus. Leider darf man als Radfahrer nicht darauf fahren. Und so wie die da heizen in der kurvigen Straße wäre das auch lebensgefährlich.
Ich finde die Strecke super! (zumindest die Stadtauswärts)
Habe aber auch ein Mountainbike :lach:

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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Triple Nix » 13.06.2019 01:02

Apropo MTB, fahr ich seit Jahren. Ich hab den Hype um Rennrad noch nicht so richtig verstanden, bin aber auch alt.
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Re: Autos, Blechlawinen, Lärm & Abgase in Hamburg 2

Beitrag von Tyler » 13.06.2019 11:05

Mego hat geschrieben:
13.06.2019 00:47

Habe aber auch ein Mountainbike :lach:
Klar, man kann es auch sportlich sehen :D

Nur auch ein MTB nützt nix, wenn's extrem schmal wird, Busfahrgäste den Weg kreuzen oder (falls kein Schutzblech) riesige Pfützen gefurtet werden müssen...
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