Brexit und die Folgen

Tages- und Weltgeschehen / Politik, die nicht in die anderen Kategorien passt.
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Brexit und die Folgen

Beitrag von SM » 07.03.2016 00:40

Habe ich den Thread verpasst, oder gibt's wirklich keinen?

Im Moment scheinen die Chancen etwa 50/50 zu stehen, ein LEAVE haette unabsehbare Folgen fuer UK und EU. Abstimmung ist am 23.6.

Das Referendum ist IMHO vollkommen idiotisch, denn - aehnlich wie beim Unabehangigkeitsreferendum in Schottland - es stehen Realitaet gegen Fantasie zur Wahl. Die Brexiters malen sich das Blaue vom Himme; und gehen davon aus das die EU nach einem LEAVE dem UK nur beste Konditionen gewaehren wird.

Die REalitaet duerfte anders aussehen, s. Schaeuble
hier:

Mr Schäuble added that Britain would be able to continue having access to the single market only if it agreed to pay into the EU budget and “accept freedom of movement” of people as well as of goods and services. He said: “That will not be a reasonable position for the UK.”

Na ja, die "Diskussion" ist vollkommen absurd, da geht's nur um Bauchgefuehle und Hirngespinste, da schuettelt man nur mit dem Kopf.


Edith traegt nach: Hauptpunkte der Brexiters sind
EU-Immigration
EU-Kosten
Souveraenitaet/Demokratienn--- [ Dieser Beitrag wurde editiert von MadSozi, 01.06.2017 18:25 GMT +1 ] ---n
Zuletzt geändert von SM am 01.06.2017 18:25, insgesamt 2-mal geändert.
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monteleone
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Beitrag von monteleone » 07.03.2016 05:44

Der Wahnsinn ist halt auch, dass englische Rechte wie Nigel Farage heutzutage Sinn Fein und 53% des irischen Volkes im Europaparlament feiern, während Martin Schulz sagt, dass nur die etablierten Parteien in Irland den Durchblick haben und das irische Volk nichts versteht von der Wichtigkeit des Europa-Projektes.

https://www.youtube.com/watch?v=V8gAG6fAd6M

So eine Situation hätte sich im 19.Jahrhundert wohl niemand träumen lassen.

In Irland gibt es aber natürlich auch einen anderen bezug zum Nationalismus als in den großen europäischen Ländern, weil er in Irland in erster Linie mit der jahrhundertelangen Unterdrückung, der Auswanderung in die USA etc.assoziiert wird, während woanders Europa als Antwort auf die Geschichte der Opfer des Nationalismus und besonders des deutschen interpretiert wird im politischen Diskurs.

waldorf
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Beitrag von waldorf » 07.03.2016 07:09

Warum noch mal genau ist GB überhaupt in der EU?
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Tyler
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Beitrag von Tyler » 07.03.2016 10:49

Seit der "Bankenrettung" und der Abschottung gegen Flüchtlinge kotzt mich die EU nur noch an und kann sich auch gerne komplett auflösen.
Aus Protest AfD zu wählen, weil die Politik nicht gefällt, ist, wie in der Kneipe aus dem Klo zu trinken, weil das Bier nicht schmeckt.

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Beitrag von emzpiraatin » 07.03.2016 11:02

Ich oute mich mal, dass mir unverständlich ist, warum GB in regelmäßigen Abständen mit einem Austritt aus der EU drohen und im Gegenzug irgendwelche Zugeständnisse bekommen kann. Was macht die für die EU so unverzichtbar? Irgendwas ist da komplett an mir vorbeigegangen.

Ähnliches gilt für viele Staaten Osteuropas, für die Solidarität eine Einbahnstraße zu sein scheint, das ist aber hier natürlich off topic.

Vielleicht sind die Gründe ja völlig klar und ich sehe den Wald nur vor lauter Bäumen nicht? Klärt mich auf.
:megafon:
Bitte bei Diffamierungen etwas kreativer vorgehen und zudem vorab prüfen, ob ich mich davon überhaupt angegriffen fühlen könnte.
Glaubt mir, ihr erfindet das Rad nicht neu, ihr macht euch nur zum Otto.

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Beitrag von zappi42 » 07.03.2016 11:39

Tyler hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 07.03.2016 10:49 GMT +1)

Seit der "Bankenrettung" und der Abschottung gegen Flüchtlinge kotzt mich die EU nur noch an und kann sich auch gerne komplett auflösen.
Auf diesem Standpunkt bin ich auch mittlerweile angelangt! Traurig, aber Wahr! Ich war ein großer Verfechter der Europäischen Idee. Das ist alles in den letzten Jahren Stück für Stück den Bach runter.

Europa 2016: jeder für sich, keiner für alle.

Jeder sieht nur noch den eigenen Vorteil. Solidarität - Fehlanzeige, wenn nicht genug Geld fliesst! Wenn jetzt noch der Deal mit der Türkei gemacht wird, läuft das Fass für mich über.

Vielleicht sollte man die Idee eines "Kerneuropa" nochmal neu überdenken.

Die UK-Sonderlocken sind da nur noch fades Beiwerk, so eine Grundrauschen an Aussnahmen kam ja schon immer von der Insel. Von daher juckt es mich nicht wirklich ob die jetzt Ja oder Nein sagen.

Für mich ist Europa in dem Sinne gestorben!
Zuletzt geändert von zappi42 am 07.03.2016 11:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Brexit?

Beitrag von Schnigge » 07.03.2016 13:11

SM hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 07.03.2016 00:40 GMT +1)

Das Referendum ist IMHO vollkommen idiotisch, denn - aehnlich wie beim Unabehangigkeitsreferendum in Schottland - es stehen Realitaet gegen Fantasie zur Wahl. Die Brexiters malen sich das Blaue vom Himme; und gehen davon aus das die EU nach einem LEAVE dem UK nur beste Konditionen gewaehren wird.
Hätte Schottland eine EU- Perspektive gehabt, wäre eine Unabhängigkeit keine Fantasie, sondern eine realistische Option gewesen. Die EU hat Schottland jedoch aus Rücksicht auf England diese Perspektive vorsätzlich verweigert.

Grundsätzlich sollte man bei GB nie vergessen, dass sie neben der EU bereits einer supranationale Organisation „beiwohnen“, die ihnen deutlich näher und wichtiger ist: das Commonwealth.
Zuletzt geändert von Schnigge am 07.03.2016 13:14, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von waldorf » 07.03.2016 13:20

Schön wäre, wenn man als Nicht-Brite auch für den Brexit votieren könnte. Da man sich außen- wie wirtschaftspolitisch ohnehin den USA stärker verpflichtet fühlt, als der EU gegenüber, sollten sie konsequenterweise anstreben 51. Bundesstaat ihrer Ex-Kolonie zu werden.
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Beitrag von Babo » 07.03.2016 13:24

emzpiraatin hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 07.03.2016 11:02 GMT +1)

Ich oute mich mal, dass mir unverständlich ist, warum GB in regelmäßigen Abständen mit einem Austritt aus der EU drohen und im Gegenzug irgendwelche Zugeständnisse bekommen kann. Was macht die für die EU so unverzichtbar? Irgendwas ist da komplett an mir vorbeigegangen.

Ähnliches gilt für viele Staaten Osteuropas, für die Solidarität eine Einbahnstraße zu sein scheint, das ist aber hier natürlich off topic.

Vielleicht sind die Gründe ja völlig klar und ich sehe den Wald nur vor lauter Bäumen nicht? Klärt mich auf.
Keine Ahnung, vermutlich hat man einfach nur Angst, dass ein Austritt ein schlechtes Signal ist und auch andere Länder auf die Idee kommen könnten. Eigentlich aber auch lächerlich, denn ob GB nun die Biege macht oder nicht, die EU besteht doch sowieso nur noch auf dem Papier. Wie will man denn bei den großen Problemen unserer Zeit noch ein geeintes Europa hinbekommen? Mal ganz abgesehen davon, dass es auch vor der Flüchtlingskrise kein geeintes Europa gab und jetzt zeigt sich eben das wahre Gesicht dieses Gebildes.
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Beitrag von SM » 07.03.2016 14:01

Tyler hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 07.03.2016 10:49 GMT +1)

Seit der "Bankenrettung" und der Abschottung gegen Flüchtlinge kotzt mich die EU nur noch an und kann sich auch gerne komplett auflösen.

Na ja, das gilt doch aber fast komplett fuer die westliche Welt, und anderswo waere das auch nicht viel anders gelaufen. Wohin willste denn auswandern? Auf den Mond? ;)
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Beitrag von SM » 07.03.2016 14:03

emzpiraatin hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 07.03.2016 11:02 GMT +1)
Was macht die für die EU so unverzichtbar?

Der Ausgleich FRA <-> GER, oder beim gegenwaertigen Schwaecheln Frankreichs: Die Verhinderung der deutschen Hegemonie.
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Beitrag von SM » 07.03.2016 14:07

zappi42 hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 07.03.2016 11:39 GMT +1) Ich war ein großer Verfechter der Europäischen Idee.

Schoenwetterfan. :P


Das europaeische Projekt ist immer noch im Saeuglingsalter, das jetzt hinzuschmeissen bloss weil man mal was braunes in den Windeln findet scheint mir nicht ganz richtig reagiert.
Zuletzt geändert von SM am 07.03.2016 14:08, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitrag von Tyler » 07.03.2016 14:20

SM hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 07.03.2016 14:01 GMT +1)

Na ja, das gilt doch aber fast komplett fuer die westliche Welt, und anderswo waere das auch nicht viel anders gelaufen. Wohin willste denn auswandern? Auf den Mond? ;)
Das macht die Sache nicht besser.
Und wo habe ich geschrieben, dass ich auswandern will?
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Beitrag von Flo71 » 07.03.2016 14:49

England (nicht UK) hat so gut wie keine Wirtschaft mehr. Das ist ein Dienstleistungsland auf mieserablem Niveau (oeffentl. Transport und Gesundheitssystem sind auf unterem EU-Niveau, die Kindersterblichkeit ist weit ueber europaischem Durchschnitt). Das Land lebt von Londen und da besonders von der City of asoziale London-Banker.
Der Handel mit der EU ist da nicht so wichtig koennen die verschmerzen.

Sie koennten dann beim Austritt den Banken noch freie Hand lassen ohne die winzigen EU-Regularien und somit nochmehr von dem Geschmeiss anlocken. Ware eigentlich fuer die Rest-EU ein Segen. Allerdings muesste England im einer neuen Finanzmarktkrise (die so oder so kommen wird) komplett alleine dastehen. Das wuerde das Land sozial nicht ueberstehen.

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Beitrag von andi_freibeuter1910 » 07.03.2016 15:05

Gerade die Abhängigkeit vom Bankensektor ist aber eine große Gefahr. Viele Unternehmen haben bereits angekündigt, bei einem Brexit Standorte in andere EU-Länder zu verlegen.

Die Analyse stimmt auf jeden Fall: Thatcher hat die Industrie weitgehend ruiniert. Und die desaströsen Auswirkungen haben die Konservativen damals nur mit extrem hohen Staatsdefiziten einigermaßen unter Kontrolle gebracht.

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