Brexit und die Folgen

Tages- und Weltgeschehen / Politik, die nicht in die anderen Kategorien passt.
Flo71
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Beitrag von Flo71 » 14.06.2016 14:06

Ich bin weiter der Überzeugung,das am Ende es viel Aufregung um nichts war. Also das wird ein Bleiben werden. Anders kann ichs mir nicht vorstellen, das ist auch viel Medienhype. Man darf nicht vergessen EU-Hasser Murdoch besitzt dort ein riesen Medienimperium, selbst die Times gehört ja ihm.

Dazu kommt ja noch das Problem, das nioch nicht ansatzweise geklärt ist, wie denn unter folgender Voraussetzung sich verhalten werden soll.

UK stimmt mehrheitlich für den Ausstieg
Nordirland,Schottland,Wales stimmen regionale mehrheitlich für den Verbleib in der EU (was auch zu erwearten ist, die werden nen Teufel tun und aus der EU wollen, am größten wird das Ja zur EU in Nordirland ausfallen)

In dem Fall hat England ein Riesenproblem von Verfassungsrang.

Das ist alles einfach nur bescheuert.

DylanDog
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Beitrag von DylanDog » 14.06.2016 14:45

Was mich etwas in der hiesigen Berichterstattung stört, ist das die Argumente der Brexit Befürworter im UK alle sämtlich als nationalistische Eigensinnigkeit oder als Michmädchenrechnung vom Tisch gewischt werden, den man seine eigenen "seriösen" Rechnungen gegenüberstellt.

Gibt es denn wirklich keine serösen Argumente für den Ausstieg auf britischer Seite?
Bedeutet der Brexit für UK wirklich ein ökonomisches und (wg. Scotland, Northern Ireland, etc.) politische Disaster?

Ich erlebe UK als in einem Staat, welcher wie kaum ein anderer in Europa durch ökonomische Interessen geleitet wird, der Bankensektor so zentral ist und die Medienlandschaft doch ebenfalls durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst sein sollte.

Wie kann es sein, dass in einem solchen Staat sich eine Mehrheit für so einen ökonomischen und Politischen Geisterfahrerkurs findet?
ODer gibt es doch gute Argumente für den Brexit?
Zuletzt geändert von DylanDog am 14.06.2016 14:58, insgesamt 1-mal geändert.
Ceterum censeo antisemitismum esse delendum.

Schnigge
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Beitrag von Schnigge » 14.06.2016 15:20

DylanDog hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 14.06.2016 14:45 GMT +1)
Ich erlebe UK als in einem Staat, welcher wie kaum ein anderer in Europa durch ökonomische Interessen geleitet wird, der Bankensektor so zentral ist und die Medienlandschaft doch ebenfalls durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst sein sollte.
Wie kann es sein, dass in einem solchen Staat sich eine Mehrheit für so einen ökonomischen und Politischen Geisterfahrerkurs findet?
ODer gibt es doch gute Argumente für den Brexit?
Da niemand wirklich sagen kann, wie sich ein Brexit ökonomisch auswirken würde, ist das größte Argument der Brexit-Gegner, das Risiko, das mit einem Austritt verbunden wäre. Ansonsten ist es primär eine Angstkampagne, wie damals in Bezug auf Schottland.

Wie die Briten den Brexit verkraften würden, hängt nicht zuletzt von der EU ab. Hält sie GB eine Hintertür auf und versucht über bilaterale Verträge den beiderseitigen Schaden zu begrenzen, kann GB gestärkt daraus hervorgehen und die EU verliert auch ihre letzte Glaubwürdigkeit. Bedeutet ein Exit wirklich Exit, kann GB große ökonomische Probleme bekommen – die Rest-EU allerdings auch.
Zuletzt geändert von Schnigge am 14.06.2016 15:28, insgesamt 1-mal geändert.

Tyler
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Beitrag von Tyler » 14.06.2016 15:33

Get the Brits out now!

:D
Aus Protest AfD zu wählen, weil die Politik nicht gefällt, ist, wie in der Kneipe aus dem Klo zu trinken, weil das Bier nicht schmeckt.

andi_freibeuter1910
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Beitrag von andi_freibeuter1910 » 14.06.2016 17:09

Ich sehe erhebliche ökonomische Gefahren für GB. Wie Schnigge zurecht sagt, man könnte das mit Verträgen enorm abfedern. Und da es kein Austritt aus einer Währungsunion ist, wären die unmittelbaren Risiken überschaubar. Allerdings wird die EU (zumindest die Mehrzahl der Mitgliedsländer, Deutschland dürfte angesichts der Exportzahlen zurückhaltend sein) alles versuchen, um GB einen ökonomischen Schaden zuzufügen. Ansonsten würde das ja eine Vorbildfunktion für andere Staaten bekommen.

Problematisch ist auch die Wirtschaftsstruktur in GB, insbesondere die große Bedeutung des Finanzsektors sowie des Immobiliensektors, dort hat sich ja schon wieder Blasenartiges gebildet. In den beiden Bereichen kann es recht schnell knallen, da reichen politische Unsicherheiten. Bei mehr Industrie wären die Risiken geringer.

Die Pro-EU-Kampagne baut tatsächlich hauptsächlich auf Angst auf und ist schlecht. Ich will nicht ausschließen, dass die verlieren. Zumal es eher kontraproduktiv ist, wenn die Finanzbranche für die EU wirbt. Die mag in GB wichtig sein, beliebt ist sie deswegen noch lange nicht. Man muss sich das für Deutschland vorstellen, ein Referendum, bei der die Deutsche Bank etc. Hauptakteure für eine Pro-Kampagnen wären. Das würde wahrscheinlich auch schiefgehen.

P.S. Ich bin mal gespannt auf das Ergebnis aus Schottland. Da könnten manche versucht sein, taktisch zu wählen. Bei einem Brexit steigt die Wahrscheinlichkeit auf ein neues Referendum. Das ist jetzt aber nur meine spontane Vermutung, gelesen zu habe ich nichts.

Flo71
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Beitrag von Flo71 » 14.06.2016 19:27

DylanDog hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 14.06.2016 14:45 GMT +1)

Ich erlebe UK als in einem Staat, welcher wie kaum ein anderer in Europa durch ökonomische Interessen geleitet wird, der Bankensektor so zentral ist und die Medienlandschaft doch ebenfalls durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst sein sollte.

Wie kann es sein, dass in einem solchen Staat sich ein

Andi, was die Schottland-taktik betirfft, dazu gibts Untersuchungen, solche Wähler gibt es,aber die Zahl ist eher gering.
Zuletzt geändert von Flo71 am 14.06.2016 19:29, insgesamt 1-mal geändert.

SM
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Beitrag von SM » 14.06.2016 22:05

DylanDog hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 14.06.2016 14:45 GMT +1)
Gibt es denn wirklich keine serösen Argumente für den Ausstieg auf britischer Seite?

Es gibt kein wirtschaftliches oder gesellschaftliches Argument pro Brexit. Die Argumentation hier hist vollkommen bescheuert, auf verschiedenen Leveln:

1) Vereinigte Staaten von Europe/forever closer Union: Das ist eine philosophische Frage ob man dabei sein will oder nicht. Da kann man auch gegen argumentieren, und da mag es auch gute Argumente dagegen geben. Aber diese Diskussion wird nicht gefuehrt, stattdessen werden Michmaedchenrechnungen aufgestellt und Kleinkram gegeneinander aufgerechnet.

2) Es ist ganz egal was man sagt, es wird gegen die EU ausgelegt, z.B. Die EU ist gleichzeitig bad for business mit ihren Regularien (Arbeitszeit, Mindesturlaub, etc) und ein Handlanger fuer die Ausbeutung der Massen duch Grosskonzerne.

3) Die Brexiter denken sich einfach Unsinn aus, behaupten irgendwelchen Bloedsinn oeffentlich und die Remainer versuchend das dann zu entkraeften, d.h. Remain wird quasi vor sich hergetrieben.

Im Prinzip waere es ganz einfach zu wissen fuer was man stimmen sollte: Wenn eine Seite des Arguments von AfD, Seehofer und Co vertreten wird, und die andere von CDU, SPD, FDP, Gruenen, Linken, dann weiss man eigentlich welche Seite die der Idioten ist.
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Beitrag von SM » 14.06.2016 22:32

SM hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 14.06.2016 22:05 GMT +1)

Im Prinzip waere es ganz einfach zu wissen fuer was man stimmen sollte: Wenn eine Seite des Arguments von AfD, Seehofer und Co vertreten wird, und die andere von CDU, SPD, FDP, Gruenen, Linken, dann weiss man eigentlich welche Seite die der Idioten ist.

Hier eine Uebersicht
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Beitrag von Inselkorsar » 14.06.2016 22:55

SM hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 14.06.2016 22:32 GMT +1)
SM hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 14.06.2016 22:05 GMT +1)

Im Prinzip waere es ganz einfach zu wissen fuer was man stimmen sollte: Wenn eine Seite des Arguments von AfD, Seehofer und Co vertreten wird, und die andere von CDU, SPD, FDP, Gruenen, Linken, dann weiss man eigentlich welche Seite die der Idioten ist.

Hier eine Uebersicht
Ganz ehrlich, ich verstehe überhaupt nicht, wie ein konservativer Politiker in GB für einen Brexit agitieren kann.
Jedem Neoliberalen/Konservativen muss doch klar sein, daß die Spitzenposition in der europäischen Finanzwirtschaft damit von einem Tag auf den anderen zerstört würde. Die Londoner City Boys müssen doch um ihre Jobs zittern, weil sich der Schwerpunkt des europäischen Finanzmarktes nach Frankfurt und Brüssel verlagern würde. Und ausgerechnet ein Londoner Ex-Bürgermeister, der das am besten wissen müsste, schlägt die Trommel für einen Ausstieg.
Das muss doch jedem überzeugten Kapitalisten den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Von der Industrie ist in GB mach dem Thatcherismus doch nicht mehr viel übrig geblieben und der Finanzmarkt trägt doch zu einem erheblichen Teil zum BSP bei.
Die spinnen die Briten!
Zuletzt geändert von Inselkorsar am 14.06.2016 22:56, insgesamt 1-mal geändert.
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Flo71
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Beitrag von Flo71 » 15.06.2016 10:39

DylanDog hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 14.06.2016 14:45 GMT +1)
Gibt es denn wirklich keine serösen Argumente für den Ausstieg auf britischer Seite?
Bedeutet der Brexit für UK wirklich ein ökonomisches und (wg. Scotland, Northern Ireland, etc.) politische Disaster?

Ich erlebe UK als in einem Staat, welcher wie kaum ein anderer in Europa durch ökonomische Interessen geleitet wird, der Bankensektor so zentral ist und die Medienlandschaft doch ebenfalls durch wirtschaftliche Interessen beeinflusst sein sollte.
Irgendwie habe ich mir gestern meinen eigenen Beitrag zerschreddert..naja nochmal.

Ich suche aber sehe auch keine Arguemtne Pro Exit. Und um der Regierung einen Denkzettel zu verpassen, mag eine Wahl zum Parlament ja noch ok sein, aber eine Entscheidung mit ungeahnten Folgen wäre töricht.

Auffällig ist dabei ja, die Exit-Gegner findest du vor allem in den Städten des Südens , bei Akademikern oder generell bei Leuten mit höheren Abschlüssen und noch genereller bei jüngeren Leuten, platt gesagt, solche die etwas mehr über den Tellerand blicken, die nicht an dem trugbild des Good Ole Empire hängen.
Englands Wirttschaft lebt in erster Linie von der City Of London, und hier sähe man direkt neg. Auswirkungen.
UK raus aus der EU bedeutet auf einmal Zölle im EU-Binnenhandel, die es jetzt nicht gibt, das würde der englischen Wirtschaft sehr schaden, genau wie andere schlchtere Regeln im Finanzhandel,wovon die City lebt, da wären ganz andere Abgaben fällig.

Alles eindeutig vorhersagbare negative Folgen.

Auh wenn England es gern anders darstellt, UK bekommt unterm Strich mehr Geld aus der EU als es reinsteckt, alles Dinge die Maggie damals ausgehandelt hat. Kein anderer hat socleh Privilegien, da fragt man sich,was wollen die noch?

Negat. Folgen für den Einzelnen, Freizügigkeit wäre futsch. Schwupp. Da würden die Engländer aber blöd gucken auf einmal,wenn der Sommerurlaub ansteht. Stichwort Visa ja ioder nein.
Verlust des EU-weiten Gesundheutsschutzes, wäre auch weg. Da kommt auf den Einzelnen neue Verantwortung und Kosten zu, genau wie die Soziale Absicherung im EU Ausland.
Da hängt soviel dran, ich glaub das checken die teilweise echt nicht.

Gestern ind er Arte Doku, 2 Bauern, die sagen, due EU wäre ein Bürokratiemonster für sie, und sie würden gern raus, aber die Folgen zb in Sachen Subventionen und Eigener Markt wäre für sie wohl noch schlimmer und den eigenen Bürokraten trauen sie auch nicht, also wissen sie eigentlich gar nicht was werden soll, nur eben dass sich was ändern muss.
Ich konnte die 2 verstehen.

Klar, man kann sagen, die EU könnte mit UK nach einem Ausscheiden Sonderabkommen abschließen, wäre sogar erwartbar-aber das wäre politischer Selbstmord, wenn man einem Nicht-EU-Staat auf einem EU-Privilegien zustände-da fragen sich andere dann zurecht,wozu ist man dann noch in der EU, wenn UK das gleiche bekommt, ohne dazu zugehören. Was drin wäre wäre eine priviligierte Partnerschaft, also sähe sich UK dann in einer Gruppe mit der Türkei.


Schön wäre -aber da habe ich Zweifel - wenn der ganze Spuk vorbei ist,dass die EU Konsequenzen zieht und mal den eigenen Demokratiemangel abbaut, Stichwort Troika oder Kommission, die nun mal keine echte demokrat. Legitimation haben.
Zuletzt geändert von Flo71 am 15.06.2016 10:42, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Schnigge » 15.06.2016 11:17

Flo71 hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 15.06.2016 10:39 GMT +1)

Klar, man kann sagen, die EU könnte mit UK nach einem Ausscheiden Sonderabkommen abschließen, wäre sogar erwartbar-aber das wäre politischer Selbstmord, wenn man einem Nicht-EU-Staat auf einem EU-Privilegien zustände-da fragen sich andere dann zurecht,wozu ist man dann noch in der EU, wenn UK das gleiche bekommt, ohne dazu zugehören. Was drin wäre wäre eine priviligierte Partnerschaft, also sähe sich UK dann in einer Gruppe mit der Türkei.
Das beste Brexit-Argument ist die Schweiz bzw. die EFTA. Wenn die Briten wieder der EFTA beitreten, genießen sie nach wie vor Vorzüge wie Schengen usw., wären aber in ihrer nationalen Souveränität nicht beschnitten und finanziell deutlich weniger beansprucht.
Zuletzt geändert von Schnigge am 15.06.2016 11:21, insgesamt 2-mal geändert.

Westfale
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Beitrag von Westfale » 15.06.2016 14:47

Schnigge hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 15.06.2016 11:17 GMT +1)
Flo71 hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 15.06.2016 10:39 GMT +1)

Klar, man kann sagen, die EU könnte mit UK nach einem Ausscheiden Sonderabkommen abschließen, wäre sogar erwartbar-aber das wäre politischer Selbstmord, wenn man einem Nicht-EU-Staat auf einem EU-Privilegien zustände-da fragen sich andere dann zurecht,wozu ist man dann noch in der EU, wenn UK das gleiche bekommt, ohne dazu zugehören. Was drin wäre wäre eine priviligierte Partnerschaft, also sähe sich UK dann in einer Gruppe mit der Türkei.
Das beste Brexit-Argument ist die Schweiz bzw. die EFTA. Wenn die Briten wieder der EFTA beitreten, genießen sie nach wie vor Vorzüge wie Schengen usw., wären aber in ihrer nationalen Souveränität nicht beschnitten und finanziell deutlich weniger beansprucht.
Bspw. Norwegen nimmt aber auch an der "Kohäsion" teil, d.h. es fließen durchaus norwegische Gelder in die ärmeren EU-Länder. Nur darf Norwegen nicht mitreden, wohin sie fließen.

Und bzgl. Schengen glaube ich, dass die meisten Brexit-Befürworter das eher als Nachteil sehen (Flüchtlinge, Osteuropäer, ...). Genau wie das Dublin-Abkommen, das aber ebenfalls mit den EFTA-Ländern geschlossen wurde.

Und außerdem würde ich davon ausgehen, dass die Briten kurz- und mittelfristig nichts auf dem EFTA-Niveau erwartet. Mit Norwegen, Island und der Schweiz ist das halt so gewachsen. Bei einem Land das trotz einiger Sonderregelungen austritt, dürfte ein Exempel statuiert werden.

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Beitrag von Flo71 » 15.06.2016 15:01

Westfale hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 15.06.2016 14:47 GMT +1)
Bspw. Norwegen nimmt aber auch an der "Kohäsion" teil, d.h. es fließen durchaus norwegische Gelder in die ärmeren EU-Länder. Nur darf Norwegen nicht mitreden, wohin sie fließen.
Norwegen gehört nicht zur EU aber zum EFTA, europäische Freihandslzone. Da könnte UK auch landen, nur müßte dann mit UK ein eigenes kleines TTIP-Abkommen geschlossen werden, da werden die Verhandler sich ja freuen,das alles neu auszurollen mit UK.
Und am Ende ist UK dann doch eng an die EU gebunden aber,genau wie du sagst ohne Stimmrecht, was die eigene Position viel abhängiger machen würde.
Vor allem, weil UK keine Wirtschaftlichen Druckmittel ggü der Union besitzt. Wer will schon dessen Spielcasino Boys da aus der City haben...soll England im falle einer neuen geplatzten Balse doch schauen,wie es das alleine geregelt bekommt.


Und vor allem als EWR oder EFTA-Mitgleid müßte UK der Arbeitnehmer-freizügigkeit zustimmen, denn das ist Kernbestandteil. Aber gerade diese Freizügigkeit stört ja die Exit-Anhänger. Da würden die ja mal richtig dumm aus der Wäsche gucken.

Flo71
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Beitrag von Flo71 » 15.06.2016 15:41

Hab obne was falsch geschrieben, UK ist doch Nettoeinzahler in den EU Haushalt, ca ein Minus von 5mrd. Euro

Hier mal der Internet-Auftritt der Aussteiger, dan kann man ja mal nach Argumenten suchen.

Why Vote Leave

Westfale
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Beitrag von Westfale » 15.06.2016 16:41

Flo71 hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 15.06.2016 15:41 GMT +1)

Hab obne was falsch geschrieben, UK ist doch Nettoeinzahler in den EU Haushalt, ca ein Minus von 5mrd. Euro

Hier mal der Internet-Auftritt der Aussteiger, dan kann man ja mal nach Argumenten suchen.

Why Vote Leave
Puh, also in Ruhe argumentiert ist das nicht. Wäre mir jedenfalls neu dass der EU-Beitritt der Türkei schon quasi beschlossen ist, und die Briten dann 76 Million Türken durchfüttern müssen (Seite 7). Das Bild auf Seite 6, dazu noch das Terroristen-Zitat, sagt wohl auch wie da geworben wird.

Wirklich nennenswerte Vorteile finde ich da nicht. Mehr Unabhängigkeit von den Ländern mit Euro könnte sein...aber sicherlich würde der Pfund weiterhin stark abhängig von Euro und Dollar abhängig sein.

Dass die Briten Netto-Zahler sind wäre allein auch kein Grund auszutreten. Damit kaufen Sie dann doch einiges ein, was Handelszonen usw. angeht. Was man aber wohl nur schwer beziffern kann.

Im Grundsatz sind die mangelnden demokratischen Strukturen der EU sicher ein Punkt. Das würde mir für einen Austritt Deutschlands aber nicht genügen. Vielmehr könnte man die Energie für die Austritts-Kampagne in entsprechenden Protest stecken.

Ach...hätte ich einen Wunsch frei, ich würde mir eine "Spielstand speichern"-Funktion für das echte Leben wünschen. Dann könnte man mal entspannt sehen, ob das Projekt EU nun vor die Wand fährt. Gilt bspw. auch für Trump dieser Wunsch, einfach aus Interesse^^

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