„Gesunde Luft am Millerntor“ – Aktion für ein rauchfreies Stadion

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Orsen
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Beitrag von Orsen » 06.12.2018 06:46

Mit einem Berufslobbyisten? Das war der Plan? Wow!
Wie tief kann man eigentlich sinken? Ja … ich habe eure „Argumente“ gelesen … mir kommen gleich die Tränen.
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drumbaby
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Beitrag von drumbaby » 06.12.2018 09:27

Um ein paar Halbwahrheiten und Fragen zu klären:

Wie es zur Zusammenarbeit mit PR kam haben wir erklärt.
PR hat mehrere Projekte zum Nichtraucherschutz, in Sportvereinen werden sie aktiv wenn sich eine kleine Gruppe als Mitglied bei PR anmeldet.
Das kostet 15€ im Jahr und unterstützt eben auch alle anderen Projekte, alle die sich unsere Aktion angeschlossen haben wussten das und haben es für vertretbar gehalten. Einige hätten es gerne getan, haben aber keine Mittel und/oder Zeit.

Außer dem Antrag gab es bereits vorher Korrespondenz zwischen PR und dem FC, und die wird es auch weiterhin geben.

Herr Nickel wurde nicht von uns bezahlt, er übt seine Tätigkeit ehrenamtlich aus.

Da man aber auf der JHV nur als Vereinsmitglied sprechen und Anträge stellen darf, haben wir ihn angemeldet und seinen Jahresbeitrag aus eigener Tasche bezahlt.
Dieser Beitrag kommt dem Verein zugute und nicht PR oder Herrn Nickel. Anreise und Hotel und weitere Kosten hat er selbst oder sein Verein übernommen.
Die späte Anmeldung und dadurch kurzfristige Absprache war der Tatsache geschuldet, dass erst sehr spät klar war ob, wann und wo die JHV stattfindet. Angemeldet haben wir im August, die Bestätigung kam erst Ende Oktober.

Ja - er ist ein Interessenvertreter, genau wie die Leute die z.B. für Dieselfahrverbote klagen oder sich für andere, große Projekte engagieren.
Ja - das war unser Plan. Es hat nicht funktioniert, so ist das manchmal im Leben mit den Plänen.
Ja - wir werden uns weiter engagieren, vlt bringt uns die hier geführte Diskussion auf bessere Ideen.
Zuletzt geändert von drumbaby am 06.12.2018 09:40, insgesamt 1-mal geändert.
:schal:

darktrail
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Beitrag von darktrail » 06.12.2018 10:37

Ich habe das bisher ja nur von außen verfolgt, aber noch mal zum Verständnis:

Ihr findet euch mit drei oder vier oder wieviel Leuten auch immer zunächst zusammen, weil ihr was gegen Rauchen im Stadion habt. Dann stoßt ihr auf diesen Verein Pro Rauchfrei. Ihr entscheidet, euch dort als Mitglieder anzumelden, meldet einen Lobbyisten dieses Vereins im FC St. Pauli als Mitglied an und stellt sodann diesen Aufruf hier ins Forum. Eine Mitarbeit bei euch verknüpft ihr mit einer Mitgliedschaft beim Verein Pro Rauchfrei (für den ihr am Rande bemerkt damit verdeckt werbt, ohne das auch nur mal ansatzweise mit dem Moderationsteam abgesprochen zu haben). Auf wiederholte Nachfragen zu diesem Geldbeitrag, der geleistet werden soll, wird allerdings öffentlich nicht reagiert.

Auf der JHV stellt dann ein Neumitglied von euren Gnaden, das so etwas als zentralen Bestandteil seiner Tätigkeit für Pro Rauchfrei macht, einen offenbar eher mäßigen Antrag (der aus wessen Feder nun kam?). Dies geschieht auf eine Art und Weise, die jeglichen Bezug zum Verein vermissen lässt. Die Vorgehensweise wird gewählt, weil diejenigen Leute, die wirklich mit dem Verein zu tun haben und deren Interesse dieser Antrag wirklich ist, diesen ausnahmslos aus persönlichen Gründen nicht vorstellen wollen.

Sodann stellt sich nach dem Scheitern dieses Vorgehens als Bonbon noch raus, dass dieser Verein eine personelle Überschneidung mit der AfD hat, die den Initiatoren dieser Geschichte nicht aufgefallen ist (davon gehe ich jedenfalls aus).

Anders ausgedrückt: Ihr nutzt also - unabgesprochen - dieses Forum als Vehikel für eine Lobbykampagne einer durchaus zweifelhaften Organisation, die über den Verein FC St. Pauli und sein höchstes Gremium für euch selbst und anstatt euch selbst tätig werden soll, um euer Ziel zu erreichen, und vermeidet es peinlichst, diesen Umstand zuvor in irgendeiner Form nach außen zu kommunizieren, sodass es eher dem Zufall geschuldet ist, dass dieser Umstand und alles andere überhaupt nach außen getragen wurde? Mal ganz ehrlich, und Nichtraucherschutz hin oder her, aber ganz unabhängig vom Thema der Aktion: Wen wolltet ihr damit eigentlich verarschen? Ich will nicht Mitglied eines Vereins sein, in dem Entscheidungen auf diese Weise eingefädelt werden.
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gelfen
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Beitrag von gelfen » 06.12.2018 10:40

Svensson hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 05.12.2018 13:39 GMT +1)

Da ich auch Initiator der Aktion bin, möchte ich ein paar Dinge erklären: Im Raucher-Thread gibt es gefühlt seit 50 Jahren eine unfruchtbare und teilweise sehr hämisch und aggressiv geführte Diskussion zum Thema Nichtraucherschutz am Millerntor. Nicht nur, dass Nichtraucherschützer dort permanent persönlich beleidigt werden, auch wurden sie zuletzt immer wieder - gerade auch von Rauchern - dazu aufgefordert, doch endlich selbst aktiv zu werden, anstatt "immer nur zu reden". Das haben wir nun getan. Vor allem auch, um das Thema von der inoffiziellen auf eine offiziellere Ebene zu bringen.

Eher zufällig kamen wir über eine Recherche mit Pro Rauchfrei in Kontakt, wo uns angeboten wurde, den Antrag stellvertretend im Namen einer Gruppe von Vereinsmitgliedern zu stellen. Dies sei auch schon vorher so erfolgreich in anderen Organisationen oder Firmen praktiziert worden. Das Vorgehen, jemanden sozusagen als Anwalt einer Sache sprechen zu lassen, erscheint mir grundsätzlich nach wie vor sinnvoll und legitim. Denn jemand, der sachlich mit dem Thema bestens vertraut ist, Übung im Sprechen vor großen Versammlungen hat, Erfahrung beim Nichtraucherschutz in Fußballvereinen besitzt und auch entsprechenden Druck aushalten kann, und der vor allem auch die Zeit für die Vorbereitung usw. hat, ist sicher besser geeignet als jeder andere. Und ich möchte auch ausdrücklich festhalten, dass von den aktiven Befürwortern aus dem Forum aufgrund der hässlichen Anfeindungen niemand selbst bereit gewesen wäre, sich dort hinzustellen. So weit ist es also auch schon gekommen.

Ich bin eigentlich fest davon ausgegangen, dass vor dem Redebeitrag klar gesagt wird, dass hier im Namen einer größeren Gruppe von St.Pauli-Fans gesprochen wird. Das ist eine wichtige Information. Wenn das so nicht gesagt wurde, dann war das aus meiner Sicht ein (auch Abstimmungs-)Fehler, denn mit Betreten der Bühne muss klar gemacht werden, wer jemand ist und für wen er spricht. Dass Unmut aufkommt, wenn das Gefühl entsteht, hier wolle sich eine vereinsfremde Institution aus heiterem Himmel infiltrieren, kann ich verstehen. So war es aber nicht.

Haben wir sämtliche Personen, die sich im Umfeld von Pro Rauchfrei bewegen, vorher überprüft? Nein, haben wir nicht. Der Kontakt mit dem einzigen Vertreter, mit dem wir in Berührung waren, war sachlich, informativ und freundlich. Wer es sich jetzt einfach machen will mit der Gleichsetzung Nichtraucherschutz = Afd der soll das gerne tun. Es führt aber vom Weg ab, denn der US-Sport, die Premier League, der FC Barcelona oder die deutschen Bundesliga-Vereine, wo im Stadion nicht geraucht wird, haben diese Entscheidung aus Gründen des Gesundheitsschutzes getroffen.

Ich finde es schade, dass man beim FC St.Pauli leider dazu gezwungen wird, sich in solche negativ aufgeladenen Situationen zu begeben. Ich bin nach wie vor hundertprozentig von der Richtigkeit und Wichtigkeit des Nichtraucherschutzes überzeugt und hoffe, dass sich auch beim FC St.Pauli irgendwann die Einsicht dazu durchsetzt.
Bist Du schon mal auf die Idee gekommen, dass die Reaktionen auch mit Dir und der Art und Weise wie Du Dein Anliegen vorbringst zusammen hängen könnte?

Dazu passt diese ganze Aktion mit dem "komsichen Vogel", den Ihr da an Land gezogen habt hervorragend. Hier wurde diese Art und Weise mal in verstärktem Maße an's Tageslicht gebracht. Die Tiraden die Herr Nickel abgezogen hat haben rein gar nichts mit einer sachlichen Diskussion zu tun und und die Selbstkritik über die Nummer, die Ihr da abgezogen habt hält sich nun auch wieder arg in Grenzen.

Die Aktion war ein Schuss in dem Ofen und der ganzen Aktion so was von abträglich, dass ich nicht nachvollziehen kann wie Du das versuchst schön zu reden. Weißt Du Svensson, sportliche Beiträge von Dir schätze ich sehr. Geht es aber um Politik, oder "Nichtraucherschutz", kommst Du mir dermaßen verbohrt und engstirnig vor, dass ich mir bisher verkniffen habe auch nur eine einzige Zeile zu diesem Thema beizutragen.

Siegfried Ermer ist der Vorsitzende dieses Vereins, mit dem Ihr Euch in's Bett gelegt habt! Soviel zu "nicht alle überprüft".

Ein "Sorry, da haben wir Mist gebaut" hätte bei mir Respekt erzeugt. So verstärkt sich bei mir jedoch der Eindruck, dass Euch selbst ernannten "Nichtraucherschützer" ganz andere Motive treiben, als jemanden zu schützen.

btw: Ein Rauchverbot im Stadion wäre für mich völlig in Ordnung.
#17 Fußbollgott

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Beitrag von andi_freibeuter1910 » 06.12.2018 11:38

Süddeutsche in einem Artikel über einen Prozess, hier:
Da haben dem Pro-Rauchfrei-Vorsitzenden Ermer wahrscheinlich die Ohren geklingelt - er ist AfD-Vorsitzender in Erlangen-Höchstadt, und da gefällt es ihm wahrscheinlich nicht so gut, dass der deutsche Staat regelungswütiger ist als die aus AfD-Sicht ja verdammenswert regelungswütige EU

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Beitrag von Hafenanwohnerin » 06.12.2018 13:14

Also, wenn ich das richtig verstehe (sonst korrigiert das bitte), hat dieser komische Lobby-Verein gesagt, dass er quasi für euch den Antrag stellt und begründet, aber nur dann, wenn mindestens eine Anzahl X seinem Lobby-Verein beitritt. Das wäre für die ja nicht das schlechteste Geschäft der Welt - neue zahlende Mitglieder und gleich noch Publicity. Fast schon selbstlos...

Mich ärgert das ehrlich gesagt ungemein. Denn es sollte auf der JHV um uns gehen und nicht um irgendeine Lobby, die mit dem FC St. Pauli nichts zu tun hat, außer ihn als Bühne nutzen zu wollen. So ein Ding, verbunden mit eurer früheren Geheimniskrämerei darum machen natürlich Vertrauen kaputt. Ich werde mich jedenfalls bei jeder Folge-Aktion von euch fragen, wen ihr da nun wieder im Schlepptau dabeihabt. Und ich fürchte, das wird mir auch bei anderen Anträgen auf der JHV künftig so gehen. Habt ihr toll hingekriegt...

Tyler
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Beitrag von Tyler » 06.12.2018 13:30

Schnarup Thumby hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 05.12.2018 12:02 GMT +1)
Tyler hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 05.12.2018 11:34 GMT +1)

Als Nichtraucher kann man sich bei solchen Typen für den Bärendienst bedanken. Denn wer möchte jetzt schon etwas anstoßen, und sei es auch nur ein "Appell an gegenseitige Rücksichtnahme" oder ähnliches, wenn es nachher heißt, dass man diesem Typen dankbar sein muss, diese Diskussion angestoßen zu haben? Das Thema ist jetzt erst mal für Jahre gegessen, alle Raucher können sich freuen.
Das sehe ich nicht ganz so eng, denn es sind in der Tat grundsätzlichere Themen (Gesundheit, Rücksichtnahme) und wird hoffentlich von allen Menschen, die diskutieren wollen, auch so behandelt und nicht explizit auf die Person von gestern Abend runtergebrochen.
Tja...
Hafenanwohnerin hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 06.12.2018 13:14 GMT +1)

(...) Ich werde mich jedenfalls bei jeder Folge-Aktion von euch fragen, wen ihr da nun wieder im Schlepptau dabeihabt. Und ich fürchte, das wird mir auch bei anderen Anträgen auf der JHV künftig so gehen. Habt ihr toll hingekriegt...
Aus Protest AfD zu wählen, weil die Politik nicht gefällt, ist, wie in der Kneipe aus dem Klo zu trinken, weil das Bier nicht schmeckt.

Pavel11
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Beitrag von Pavel11 » 06.12.2018 14:20

Abgesehen davon, dass ich die Kritik an der Vorgehensweise der Rauchfrei-Initiatoren inhaltlich vollständig teile, finde ich die Wortwahl teilweise albern. "Lobbyisten", "Lobby-Verein", "Berufslobbyist" - das ist doch kompletter Quark.

Der Verein "Pro Rauchfrei" ist blöd genug, sich selbst "Lobby" zu nennen, das macht die Bezeichnung aber nicht richtiger, sondern zeigt lediglich, wie blöd und rechts er ist, weil er nämlich entweder keine Ahnung hat, wie "echter" Lobbyismus funktioniert, oder den Eindruck erwecken will, "Lobbyismus" sei nur ein anderes Wort für Interessenvertretung. Wir sollten auf diese Selbstbezeichnung nicht einsteigen.

Lobbyismus ist nach meinem Verständnis die Bezeichnung dafür, dass von der Wirtschaft (!) bezahlte Strippenzieher planmäßig Einfluss darauf nehmen, dass der Gesetzgeber ihnen nicht die Geschäfte versaut oder erschwert. Rüstungslobby, Atomlobby, Pharmalobby, Automobillobby oder auch Tabaklobby, das sind sinnvolle Begriffe. Es geht um dabei fast immer um (fragwürdige) Geschäfte auf Kosten der Allgemeinheit, und die Einflussnahme bewegt sich oft genug am Rande von Korruption und Nötigung. Darum hat "Lobbyismus" - jedenfalls in kapitalismuskritischen Kreisen - einen so negativen Klang. Dieser Klang gehört hier aber gar nicht hin.

Denn in diesem Sinne kann es eine Nichtraucherlobby überhaupt nicht geben, ebensowenig wie es eine Gewerkschaftslobby, eine Frauenlobby oder eine Flüchtlingslobby geben kann; es hat keinen Sinn, hier von "Lobby" zu sprechen. Wenn der Verein kacke ist, - sieht ein bißchen so aus -, ist er es nicht wegen Lobbyismus. Und dass es kacke von den Initiatoren war, diesen blöden Weg zu gehen, auch nicht.
Zuletzt geändert von Pavel11 am 06.12.2018 14:24, insgesamt 1-mal geändert.
Den richtigen Dingen muss man ihre Richtigkeit auch ansehen

khmeristani
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Beitrag von khmeristani » 06.12.2018 14:27

dann ist dein verständnis von lobbyismus falsch. eine einfache und allgemein gängige definition ist eben interessenvertretung, der per se erst mal nichts negatives anhaftet

maksss
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Beitrag von maksss » 06.12.2018 14:40

Für mich stand Lobbyismus immer für legalisierte Korruption.

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Beitrag von Pavel11 » 06.12.2018 14:58

khmeristani hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 06.12.2018 14:27 GMT +1)

dann ist dein verständnis von lobbyismus falsch. eine einfache und allgemein gängige definition ist eben interessenvertretung, der per se erst mal nichts negatives anhaftet
Mag sein, aber hier wird das ja negativ verwendet. Habe ich beim Lesen jedenfalls so verstanden. Etwa "blöde Aktion, blöder Typ, fragwürdiger Verein und obendrein auch noch Lobbygruppe und Lobbyist". "Blöde Aktion, blöder Typ, fragwürdiger Verein, und obendrein vertritt er auch noch die Interessen von Nichtrauchern" ergibt ja keinen Sinn. :wink:
Zuletzt geändert von Pavel11 am 06.12.2018 15:23, insgesamt 2-mal geändert.
Den richtigen Dingen muss man ihre Richtigkeit auch ansehen

snief
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Beitrag von snief » 06.12.2018 16:08

Pavel11 hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 06.12.2018 14:58 GMT +1)
khmeristani hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 06.12.2018 14:27 GMT +1)

dann ist dein verständnis von lobbyismus falsch. eine einfache und allgemein gängige definition ist eben interessenvertretung, der per se erst mal nichts negatives anhaftet
Mag sein, aber hier wird das ja negativ verwendet. Habe ich beim Lesen jedenfalls so verstanden. Etwa "blöde Aktion, blöder Typ, fragwürdiger Verein und obendrein auch noch Lobbygruppe und Lobbyist". "Blöde Aktion, blöder Typ, fragwürdiger Verein, und obendrein vertritt er auch noch die Interessen von Nichtrauchern" ergibt ja keinen Sinn. :wink:
Ist ja so auch nicht richtig formuliert. Wenn, dann müsste es ja alternativ "Blöde Aktion, blöder Typ, fragwürdiger Verein, und obendrein von einer externen Interessenvertretung mit dem Ziel Meinungsbildung zu beeinflussen" o.ä. ;-)

Ich denke aber, dass der Weg, der gewählt wurde, jetzt schon zigmal zurecht und ausgiebig kritisiert wurde und es vielleicht an der Zeit ist, sich der eigentlichen Thematik an sich zuzuwenden und zu schauen, ob es nicht zukünftig Lösungsvarianten geben kann und wie diese zu erreichen sind.

Denn, dass die Initiatorengruppe nicht das Ziel hatte, die Mitglieder durch Einsatz eines eingekauften Lobbyisten ( ;-) ) zu verarschen, haben sie ja erklärt. ;-)

Das Thema an sich - also unterschiedliche Interessenlagen und Befindlichkeiten hinsichtlich "Rauchen im Stadion" - ist aber ja nach wie vor aktuell.
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Orsen
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Beitrag von Orsen » 06.12.2018 19:15

Übrigens zu der afd-Nummer.

Pro Rauchfrei e.V. hat eine Internetseite und im Impressum steht  

Betreiber dieser Seite ist der Pro Rauchfrei e. V.
gesetzlich vertreten durch den Vorstand
Herrn Dipl.-Kfm. Siegfried Ermer und Herrn Dipl.-Jur. (Univ.) Stephan Weinberger,

Kurze Suche mit einer Suchmaschine und … Treffer Nr. 6: afd-Bayern


Und jetzt wollt ihr uns erzählen, dass in der langen Zeit darauf niemand von euch gekommen ist?
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Flecktier
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Beitrag von Flecktier » 07.12.2018 09:18

Svensson hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 05.12.2018 14:46 GMT +1)
Tyler hat geschrieben:(Datum Originalbeitrag: 05.12.2018 14:21 GMT +1)

Das Forum ist nicht die Realität. Die Unruhe kam erst auf, als so langsam, später schneller, klar wurde, das da was mit dem Typen nicht stimmt.

Man kann ja auch folgenden Weg gehen: Erst mal zum Präsidium, gemeinsam besprechen, ob und wie man einen Nichtraucherschutz am Millerntor einführen könnte. Gegebenenfalls einigt man sich auf einen gemeinsamen Antrag, der wohl sehr gute Chancen auf Zustimmung hätte. Falls nicht, kann man immer noch seinen eigenen Antrag einreichen. Nach meinem Gefühl wäre der Antragsteller keinesfalls "aggressiv angegangen" worden. Natürlich gäbe es Gegenwind und Diskussion, das ist ja auch normal und gut so. Womöglich hätte man das ganze an eine Kommission geben können, die etwas ausarbeitet und bei der nächsten JHV vorstellt und darüber abstimmen lässt. Ist bei kontroversen Themen in der Vergangenheit ja ganz gut auf diese Weise gelaufen.


Prima, dass hinterher die ganzen Ideen kommen, wie man es besser hätte angehen sollen. So kann man es dann ja nächstes Jahr machen :wink:


@Milhouse: Erstens hat mich ein wenig die offenbar vorhandene Annahme einer "Offenlegungspflicht" gestört. Aus welchem Grund sollten wir diese Pflicht haben, den Gegnern des Nichtraucherschutzes offenzulegen, dass/ob/was geplant ist? Was käme dann als nächstes: muss man dann die Namen der Unterstützer rausrücken, wöchentliche Newsletter? Woher kommt der Anspruch, über eine Aktion informiert werden zu wollen, an der man gar nicht selbst aktiv beteiligt ist? Wenn das so ist, dann möchte ich zukünftig auch gerne regelmäßige Infos zu allen möglichen auch inoffiziellen Fan-Initiativen und Projekten aus dem Umfeld des Vereins auf den Tisch haben... die Resonanz will ich mal sehen :wink:

Zum Zweiten, eigentlich entscheidend: Es handelte sich die meiste Zeit um ein Projekt "in progress", wo ja bis kurz vor Schluss gar nicht feststand, ob es überhaupt zum Antrag kommen würde. Wenn du Monate vorher etwas ankündigst, was dann am Ende aber doch nicht zustande kommt, möchtest du dann derjenige sein, der hier die zu erwartenden Schmähungen abbekommt? Ich nicht.

So ist es halt gelaufen, wie es gelaufen ist. Wir haben trotz hoher beruflicher Belastung und Zeitknappheit versucht, ein aus unserer Sicht wichtiges Thema des Gesundheitsschutzes anzustoßen. Ich bin überzeugt, dass der Schritt für den Verein der richtige ist, auch wenn wir jetzt mit den Schmähungen und der Kritik leben müssen. Ansonsten hat drumbaby alles weitere auf den Punkt gebracht.

Ich bin jetzt erstmal auf Dienstreise, werde aber später noch mal reinschauen.
Komisch. Mir kommt das alles irgendwie bekannt vor. Gerade Du, der auch gern politisch moralisiert, greifst zu einem völlig untransparenten und ich sage es mal klar: undemokratischen Mittel

Selbst wenn Euer Coup geklappt hätte, hättet Ihr alles verraten für das unser Verein steht. Offene Diskussion, Transparenz, gemeinsame Suche nach Lösungen. Sich irgendwie durch Geheimhaltung der Pläne (wohlgemerkt, wie hier schon mehrfach angemerkt, trotz Rückfragen) mit einer Organisation einzulassen und das Thema knüppelhart durchziehen zu wollen, in der Hoffnung dass das dann klappt, wäre aus meiner Sicht eh ein Pyrrhussieg gewesen.

Mir geht auch ganz ehrlich das ständige "Opfergeheule" auf die Nerven. Es ist doch klar, dass es bei dem Thema Rauchverbot mehrere Meinungen gibt. Wenn man die schon nicht aushalten kann, wie will man dann für eine politische Sache streiten?

Der FC St. Pauli ist auch einfach nicht der Verein in dem man erst seinen "Anwalt" einschaltet, bevor man überhaupt eine Diskussion öffentlich führt.

Ebenfalls ein absolutes NO-GO in unserem Verein ist sich mit Leuten einzulassen und diese nicht, nicht mal oberflächlich zu überprüfen.

Alles in Allem habt Ihr zumindest in mir (der selbst Raucher ist) einen Unterstützer für eine Kompromisslösung erstmal verloren. Auf einem solchen Niveau mache ich keine Politik.

Ich glaube ferner, dass Ihr ein totales Rauchverbot nicht bekommen werdet.

Alter Kutter
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Beitrag von Alter Kutter » 07.12.2018 11:15

Ein Blick auf die Seite von pro-rauchfrei wirft bereits Fragen auf, ohne dass man den AfD-Bezug kennt. Da werden Polizeimeldungen verbreitet, die Straftaten in einen Kontext mit Tabak/Rauchen stellen. Gerne handelt es sich dann um Einbrüche, bei denen Kippen geklaut wurden - und das wird als Argument gegen das Rauchen angeführt.

Das ist so dusselig und populistisch, wie es gerade geht. Ähnlich könnte man argumentieren, man müsse Smartphones verbieten, weil die oft geklaut werden. Zudem würde ein Verbot von Tabakwaren garantiert zu einem Anstieg der Kriminalität führen (Stichwort Prohibition).


Dazu kommt das Wording der Meldungen: Pro-Rauchfrei betont die Hautfarbe oder Nationalität von mutmaßlichen Tätern, ohne dass eine Relevanz erkennbar wäre. Dazu heißt es, ein Mann mit schwarzer Hautfarbe habe seinen "Artgenossen" dazugeholt.

Pro-rauchfrei ist zudem schon bei Bayern und Werder negativ aufgefallen. Es ist schlicht ein Missbrauch des Mitbestimmungsrechts, wenn jemand nur in einen Verein eintritt, um seine Interessen durchzudrücken. Man stelle sich vor, jemand von der Ratsherrn-Brauerei wird Mitglied und stellt den Antrag, dass nur noch diese Biermarke ausgeschenkt wird. Ach ne, aber Pro-Rauchfrei setzt sich ja für was Gutes ein ;-)

Im Ernst: Über ein Rauchverbot in einigen Teilen des Stadions hätte man meiner Meinung nach sachlich und offen diskutieren können. Nach der Nummer ist eine konstruktive Debatte schwierig, allein, weil man Pro-Rauchfrei nicht gönnen möchte, dass es doch noch ein Rauchverbot am Millerntor gibt.

Das gesamte Vorgehen ist eine glatte Verarschung und Missachtung einer offenen Vereinskultur. Ich lehne das absolut ab und werde kommende Anträge zum Thema dementsprechend mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachten. Geht gar nicht, was da gelaufen ist. Sich jetzt hier huinzustellen und über angebliche persönliche Attacken zu beschweren und sich zu freuen, dass man das Thema gesetzt habe, ist das I-Tüpfelchen. Eine Entschuldigung und Distanzierung wäre angebrachter.

Seid Ihr eigentlich weiter Mitglied in diesem Verein, der maßgeblich von einem AfD-Funktionär geprägt wird und mit solchen Methoden arbeitet?
Zuletzt geändert von Alter Kutter am 07.12.2018 11:23, insgesamt 2-mal geändert.

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