Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Fanverhalten, Aktionen, Choreographien...
Grieche89
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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Grieche89 » 14.03.2019 20:13

wacker-land hat geschrieben:
14.03.2019 19:33
kann mir mal jemand sagen was hier überhaupt los ist? Seit drölfundfufzich Seiten immer dasselbe Gelabere. Man man man.
Es gibt doch im Forum nicht ernsthaft jemanden der meint, die Sache hier klären zu können.
Schuld sind die schaiss Griechen im Stadion.
Prost lieber Grieche :prost: :D
Mediterrane Gelassenheit scheint mir das Gebot der Stunde. Mir glaubt nur keiner.

Ein Ouzo ins Wackerland. :-D

Tullamore
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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Tullamore » 14.03.2019 20:20

Wenn die Derby-Klatsche ein Gutes hat, dann dass sie eine überfällige Diskussion über Fanverhalten ausgelöst hat. Gräben, die gefühlt schon seit Jahren bestanden haben, sind durch die Auseinandersetzungen offensichtlich geworden. (Achtung: langer Beitrag!)

Die Fronten sind unübersehbar und im Stadion deutlich sichtbar:

die Südtribüne, mehrheitlich besetzt durch USP und jüngere Fans. Die Gegengerade, Ort der älteren und eher „gutsituierten linken Spießer“. Die Nord, mit gemischtem Publikum, keiner Fraktion so richtig zugehörig und schließlich die Haupttribüne, wo die etablierteren und zahlungskräftigeren Zuschauer sitzen.

Natürlich eine pauschalisierte und persönliche Wertung, aber sicherlich auch mehr als ein Klischee.

Keine Tribüne, keine Fan-Gruppierung hat das Recht, sich über andere Fans zu stellen, solange der Grundkonsens eingehalten wird. Und Grundkonsens heisst vorallem Respekt vor anderen Meinungen.
Genau das wurde am Derbytag mit Füßen getreten. Von Teilen der Süd, von Teilen der GG.

Unsere, meiner Meinung nach, oftmals sehr selbstgerechte, viel zu lange von vielen akzeptierte Selbstwahrnehmung der moralischen Überhöhung, ist uns am Sonntag schmerzhaft vor die Füße gekracht. Am Derbytag waren wir nicht der „andere“ Verein, sondern ein stinknormaler Fußballclub mit seinen scheissigen Schattenseiten. Bekomme ich häufiger von befreundeten Fußballfans aus Duisburg, Aachen oder Hannover bestätigt. Der FC St. Pauli ist ein geiler Club, wenn die bloß nicht so auf ihrem „besser-Fan-Sein“ bestehen würden. Kommt bei vielen ziemlich arrogant rüber

Woran liegt das?

Wir haben Konfliktherde nicht sehen wollen, uns bequem in der Wohlfühloase Millerntor eingerichtet. Haben mehrheitlich geglaubt, dass wir es besser machen, als andere Clubs.

In meinen Augen ist das Millerntor-Publikum wesentlich konservativer, als es sich selbst eingestehen will. Strukturen haben sich über Jahre und Jahrzehnte verfestigt, die Tribünen sind verkrustet. Die GG ist ein wunderbares Beispiel, aber auch die Süd ist nach rund 10 Jahren auf dem besten Weg dahin. Man ist unter sich und möchte unter sich bleiben. Input von außen ist nicht erwünscht. Könnte ja stören.
Das führt dann zu Schuldzuweisungen, wie sie am Sonntag und in den Tagen danach hier im Forum passiert sind.

Es fehlt an Durchlässigkeit! Was im Profikader erfolgreich praktiziert wird, läuft im Zuschauerbereich irgendwie nicht. Da herrscht die „ich war schon immer hier“ Platzhirschmentalität.

Jüngere Fans haben praktisch keinen Zugang zu Millerntor-Tickets. Die Tribünen vergreisen, wenn Dauerkarten praktisch vererbt werden. Es fehlt frisches Blut, was Veränderungen einfordert, die dringend nötig sind. Auf den Tribünen ist man unter sich, bloß keine Veränderung, Hauptsache alle zwei Wochen ein Heimspiel mit den ewig gleichen Kumpeln. Neue Fans bleiben ausgesperrt, weil die Etablierten unter sich bleiben wollen. Das gilt für die Süd ebenso wie für die anderen Tribünen und ist in meinen Augen ziemlich konservativ und ausgrenzend.

Man kann doch nicht einerseits für „open borders“ werben und andererseits nachwachsende St. Pauli-Fans ausgrenzen. Die haben bei der jahrelangen Wartezeit praktisch keine Chance auf eine DK vor ihrem Eintritt ins Rentenalter. Und ob sie dann noch wollen, sei dahingestellt. Der Verein braucht aber auch in 20 Jahren eine Basis. Ohne neue Anhänger , ohne neue Ideen, wird das nicht gehen. Der Verein muss meines Erachtens hier etwas tun.

Was könnte man verändern, um mehr Gerechtigkeit einziehen zu lassen?

Natürlich hilft es, miteinander zu reden. Aber das macht doch nur Sinn, wenn eine gegenseitige Offenheit da ist und nicht nur die eigene Position mit Hauen und Stechen verteidigt wird.

Ein Gespräch mit einem Hansa-Hool ist vermutlich so sinnlos wie eines mit einem G20-Auto-Abfackler. Die kommenden Wochen werden zeigen, inwieweit eine Verständigung innerhalb des Millerntor-Publikums machbar ist. Aber das reicht nicht, es braucht mehr, es braucht eine Öffnung nach draussen, denn auch die Tausende St. Pauli-Anhängern, die nicht das Glück haben, eine DK zu besitzen, sind von den Vorkommnisen am Sonntag betroffen.

Ich denke, man sollte im Verein nachdenken über den Abbau von Privilegien!

Hier speziell, über ein Umdenken bei der Kartenvergabe, insbesondere eine Neuregelung der DK-Vergabe. Warum nicht eine Begrenzung der DK auf meinetwegen 10 Jahre? Und danach kommt ein Nachrücker zu seinem oder ihrem Recht. Oder eine Begrenzung der Dauerkarten auf max. 10.000 Leute. Die derzeitige Regelung ist Konservatismus pur. Wer eine DK hat, ist prima dran, die anderen müssen halt draussen bleiben. Wie in der Flüchtlingskrise, nur auf Fußball bezogen. Finde ich makaber und populistisch! Und auch die Steher auf der Süd werden älter und irgendwann zur neuen GG. Das Millerntor wird so oder so voll, aber es gäbe vielleicht einen neuen Input und neue Ideen.

Klar, jede Änderung tut den Etablierten weh, aber ist m.E. unumgänglich.

Der Verein ist m.E. auch im Begriff, die nachwachsende Generation komplett auszugrenzen und versäumt es, ihnen die Chance auf ein Hineinwachsen in die St. Pauli-Kultur zu geben. Soweit ich weiß, gab es vor Jahren einmal von USP den Versuch, Kindern und Jugendlichen Karten für die Süd zu reservieren. Keine Ahnung, was daraus geworden ist.

Wie wichtig das wäre, zeigt ein Blick über die Grenzen des Stadtteils hinaus: in Harburg, Wilhelmsburg, Lokstedt, Barmbek oder Billstedt läuft die große Mehrheit der Kiddies auf den Bolzplätzen mit HSV oder Bayern Shirts herum. Warum nicht mit unseren? Weil man ihnen kaum Chancen gibt, St. Pauli live am Millerntor zu sehen. Das sollte sich ändern.

Es reicht mir nicht, nur in der Schanze oder „im Viertel“, wie mancher hier so leicht überheblich schreibt, präsent zu sein.

Habe keinen Anspruch darauf, dass die beschriebenen Ideen richtig sind, aber es muss etwas passieren. Sonst werden wir zu einer Art langsam hinsterbender SPD, will keiner.

Habe fertig.

@mods: falls in diesem Faden falsch, bitte in einem passenderen thread verschieben.
Unser Totti heißt Alex Meier!

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von wacker-land » 14.03.2019 20:56

Grieche89 hat geschrieben:
14.03.2019 20:13
wacker-land hat geschrieben:
14.03.2019 19:33
kann mir mal jemand sagen was hier überhaupt los ist? Seit drölfundfufzich Seiten immer dasselbe Gelabere. Man man man.
Es gibt doch im Forum nicht ernsthaft jemanden der meint, die Sache hier klären zu können.
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nimmt wackerland gerne entgegen und holt sich Popcorn um den Fred entspannt weiterverfolgen zu können :D

michael99
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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von michael99 » 14.03.2019 21:06

@tullamore: Eine Begrenzung der Dauerkarten-Bezugs-Dauer lehne ich auch aus ganz egoistischen Gründen ab.
Ich finde es zum Beispiel auch blöd, dass die letzten ca. sechs Anfragen unseres Fanclubs bezüglich Karten vom Fanladen nicht berücksichtigt wurden. Auch da gilt ja: die, die immer fahren, kriegen auch immer Karten. Und wir als Ü40 Gelegnhietsfahrer mit Job und zum Teil Familie gucken in die Röhre. Ist so, ist nicht geil, kann ich aber mit leben.

Ich finde aber zwei Sachen bedenkenswert:

1. Überlegen, wie man eine Fluktuation und den Zugang für junge Leute erhöhen kann. Z.B.: x Prozent der frei verkäuflichen Tickets nur an U18 oder Schüler.

2. Was ich extrem sinnvoll fände: Austauschprogramme zwischen den Geraden bzw. (geraden) Kurven. Wie beim Schüleraustausch würde so etwas die Individuen exrem voranbringen, wenn z.B. der in die Jahre gekommene linke Spießer von der Gegengerade mal für ein Spiel mit dem engagierten Hüpf-Flummi aus Mitte Süd tauschen würde, inclusive Gastfamilie, die sich rücksichtsvoll um den jeweiligen Fremdling kümmert. Ohne Scheiß, ich denke das würde Horizonte erweitern und zur Kurvenverständigung beitragen, dass es eine Freude ist. Meine das völlig ernst. Wäre auch eine konstruktive Maßnahme, die (zumindest meiner Meinung nach) sehr gut zu uns passen würde. (Und nein, so was darf gerne stattfinden, ohne dass man es den Medien steckt und die das ganze wieder tot-kulten.)
-------

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von gelfen » 14.03.2019 21:12

[...]
So, und da das mit dem Sarkasmus im Internet bekanntermaßen schwierig ist: Nein, das mein ich nicht ernst und ich würde nie auf die Idee kommen, dich jepn, aufgrund deines Postings ernsthaft so anzugehen.
[...]
Nö, in Block 1 stehen nur Blindschleichen. Die sind doof und saufen nur. Und sehen tun die mal gar nix.

Und warum bepöbelsr Du den Fan aus der Nord ? Bist du nen Besserfan und Wutpauli ?
Das wird immer übler hier. Da fällt mir nix mir zu ein.
:lesen: Lesen, lieber Grieche. Nicht immer so aufregen. :smoke:

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Barmbeker » 14.03.2019 22:10

Das Vererben der DKs ist tatsächlich problematisch, aber schwer zu lösen. die Erweiterung der Stadionkapazität hat ja auch zu keiner Besserung geführt, was die Stimmung angeht. Die Idee eines Austauschprogramms finde ich ganz witzig. Frag mich bloß,welcher Ultra auf die Opis Lust hat... :lach:
Eine zweite Support Area in der GG (Richtung Bunker) wäre noch schön, dahinten ist ja meistens weniger los. Vielleicht können sich ja auch da ein paar Sangesfreudige zusammenschließen.

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Bird of prey » 14.03.2019 22:25

Tullamore hat geschrieben:
14.03.2019 20:20




Hier speziell, über ein Umdenken bei der Kartenvergabe, insbesondere eine Neuregelung der DK-Vergabe. Warum nicht eine Begrenzung der DK auf meinetwegen 10 Jahre? Und danach kommt ein Nachrücker zu seinem oder ihrem Recht. Oder eine Begrenzung der Dauerkarten auf max. 10.000 Leute. Die derzeitige Regelung ist Konservatismus pur. Wer eine DK hat, ist prima dran, die anderen müssen halt draussen bleiben. Wie in der Flüchtlingskrise, nur auf Fußball bezogen. Finde ich makaber und populistisch! Und auch die Steher auf der Süd werden älter und irgendwann zur neuen GG. Das Millerntor wird so oder so voll, aber es gäbe vielleicht einen neuen Input und neue Ideen.

Warum überhaupt Dauerkarten?

Weiß nicht, ob es Sinn macht, in diesem Thread auch noch diese Baustelle zu öffnen, aber vom Prinzip her gebe ich dir Recht. Ich würde zwar kotzen, denn auch ich bin einer von denen, der mit seiner Dauerkarte schon seit Jahren einen Platz blockiert.
Aber was spricht dagegen, außschließlich Tageskarten zu verkaufen ?

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Grieche89 » 14.03.2019 22:29

gelfen hat geschrieben:
14.03.2019 21:12
[...]
So, und da das mit dem Sarkasmus im Internet bekanntermaßen schwierig ist: Nein, das mein ich nicht ernst und ich würde nie auf die Idee kommen, dich jepn, aufgrund deines Postings ernsthaft so anzugehen.
[...]
Nö, in Block 1 stehen nur Blindschleichen. Die sind doof und saufen nur. Und sehen tun die mal gar nix.

Und warum bepöbelsr Du den Fan aus der Nord ? Bist du nen Besserfan und Wutpauli ?
Das wird immer übler hier. Da fällt mir nix mir zu ein.
:lesen: Lesen, lieber Grieche. Nicht immer so aufregen. :smoke:

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Und siehe, ich habe mal wieder alle auf mich gelenkt und die Debatte etwas beruhigt.

Ein Lob hätte ich verdient. :D

Allerdings gebe ich zu, dass ich beim Lesen scheinbar zentral was auf den Augen hatte. Eine Fliege?

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von drumbaby » 14.03.2019 22:59

Wahnsinn - da flippen ein paar Leute während des Derbys aus, über zig Seiten werden sämtliche Klischee-Schubladen geöffnet: gutsituierte linke Spießer auf der verkrusteten GG, toxische Jugendliche mit antifaschistischem Eventhooliganismus, Ultras die keiner haben will, Wutbürger die nur laut werden wenns um ihre konservativen Befindlichkeiten geht ... usw.
Und am Ende soll das Vorkaufsrecht für DK gestrichen werden, bis auf 10000 (die dann wie genau nochmal ausgesucht werden?) damit die Jugend wieder mehr St. Pauli erleben kann?
Und damit sich alle besser verstehen, gibt’s auch noch Gästeaustausch zwischen den Kurven.
Auf diese Kausalkette muss man erstmal kommen - Respekt!
:schal:

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von gelfen » 14.03.2019 23:03

Grieche89 hat geschrieben:
14.03.2019 22:29
gelfen hat geschrieben:
14.03.2019 21:12
[...]
So, und da das mit dem Sarkasmus im Internet bekanntermaßen schwierig ist: Nein, das mein ich nicht ernst und ich würde nie auf die Idee kommen, dich jepn, aufgrund deines Postings ernsthaft so anzugehen.
[...]
Nö, in Block 1 stehen nur Blindschleichen. Die sind doof und saufen nur. Und sehen tun die mal gar nix.

Und warum bepöbelsr Du den Fan aus der Nord ? Bist du nen Besserfan und Wutpauli ?
Das wird immer übler hier. Da fällt mir nix mir zu ein.
:lesen: Lesen, lieber Grieche. Nicht immer so aufregen. :smoke:

Edith repariert Quote
Und siehe, ich habe mal wieder alle auf mich gelenkt und die Debatte etwas beruhigt.

Ein Lob hätte ich verdient. :D

Allerdings gebe ich zu, dass ich beim Lesen scheinbar zentral was auf den Augen hatte. Eine Fliege?
Hast Du gut gemacht, ich hoffe es erden sich echt mal wieder so einige. :knuddel:

Zur Sache möchte ich nur beitragen, daß es (meiner bescheidenen Meinung nach) die Kunst ist, eine gewisse Schnittmenge zu finden in der (fast) alle klar kommen. Der seltsame Zeitgeist in dem wir leben, findet sich aber auch (teilweise) im Stadion wieder.

Vermummte Rotkäppchen sind nicht nach meinem Geschmack und fallen für mich damit aus der Schnittmenge raus. Leute die fordern, daß der Block durch die Exekutive gestürmt werden soll auch. Dazwischen wäre ich bereit zu diskutieren (allgemein).

:wink:
#17 Fußbollgott

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Papi » 14.03.2019 23:18

gelfen hat geschrieben:
14.03.2019 23:03

Vermummte Rotkäppchen sind nicht nach meinem Geschmack und fallen für mich damit aus der Schnittmenge raus. Leute die fordern, daß der Block durch die Exekutive gestürmt werden soll auch. Dazwischen wäre ich bereit zu diskutieren (allgemein).
weißte was es so richtig schwierig macht? dass die menschen, die du gerade für dich aus dem dialog ausschließt stadiongänger und sankt pauli fans sind. :wink:
yeah!

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von his dudeness » 14.03.2019 23:49

Tullamore hat geschrieben:
14.03.2019 20:20

Jüngere Fans haben praktisch keinen Zugang zu Millerntor-Tickets. Die Tribünen vergreisen, wenn Dauerkarten praktisch vererbt werden. Es fehlt frisches Blut, was Veränderungen einfordert, die dringend nötig sind. Auf den Tribünen ist man unter sich, bloß keine Veränderung, Hauptsache alle zwei Wochen ein Heimspiel mit den ewig gleichen Kumpeln. Neue Fans bleiben ausgesperrt, weil die Etablierten unter sich bleiben wollen. Das gilt für die Süd ebenso wie für die anderen Tribünen und ist in meinen Augen ziemlich konservativ und ausgrenzend.
Ich verstehe zum einen nicht was das Ganze mit dem "Problem" vom Derby zu tun hat aber unabhängig davon sehe ich das Problem dass Jugendliche/Kinder nicht in das Stadion kommen nicht so. Klar ist es schwierig mit der Ticketsituation ( Es gibt eben großes Interesse und begrenzte Anzahl an Karten), dennoch sehe ich eigentlich im Vergleich zu anderen Stadion einen hohen Kinder/Jugendlichen Anteil auf den Stehplätzen... Statistiken habe ich keine, ist "nur" eine persönliche Wahrnehmung
Tullamore hat geschrieben:
14.03.2019 20:20

Hier speziell, über ein Umdenken bei der Kartenvergabe, insbesondere eine Neuregelung der DK-Vergabe. Warum nicht eine Begrenzung der DK auf meinetwegen 10 Jahre? Und danach kommt ein Nachrücker zu seinem oder ihrem Recht. Oder eine Begrenzung der Dauerkarten auf max. 10.000 Leute.
Wie genau möchte man dann das mit der Begrenzung der Dauerkarten regeln? Auslosen? Wie stellt man sicher dass die Tickets dann bei der Jugend ankommen?
Tullamore hat geschrieben:
14.03.2019 20:20

Wie wichtig das wäre, zeigt ein Blick über die Grenzen des Stadtteils hinaus: in Harburg, Wilhelmsburg, Lokstedt, Barmbek oder Billstedt läuft die große Mehrheit der Kiddies auf den Bolzplätzen mit HSV oder Bayern Shirts herum. Warum nicht mit unseren? Weil man ihnen kaum Chancen gibt, St. Pauli live am Millerntor zu sehen. Das sollte sich ändern.
Weil die Kinder und Jugendliche viele Chancen haben beim FC Bayern im Stadion zu stehen?

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Lower East Side » 15.03.2019 00:11

my 2 ¢...

Eine der sinnvollsten Lösung zur Überwindung der Gräben zwischen Gegengerade und Süd scheint mir tatsächlich eine bauliche Verbindung zu sein.

Bis dahin empfehle ich übrigens Groundhopping im eigenen Stadion. Hab selber schon von überall im Heimbereich (bis auf Steh Nord und Loge Süd) gesehen und kann sagen, das waren jeweils super Bildungsreisen. Und wer mal neben einem fluchenden Typ Spielerberater ein Spiel gesehen hat, weiß dann auch wieder wie schön es ist bei südlichen Dauer-Lala oder östlichen Dauer-Blabla mit allen zu kuscheln...
“Every single thing that every fan does, at home or at the stadium, makes a direct impact in the game.” – Jason Kelce, Philadelphia Eagles (in: IASIP, S13 E08/09)

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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Barmbeker » 15.03.2019 01:14

his dudeness hat geschrieben:
14.03.2019 23:49
Klar ist es schwierig mit der Ticketsituation ( Es gibt eben großes Interesse und begrenzte Anzahl an Karten), dennoch sehe ich eigentlich im Vergleich zu anderen Stadion einen hohen Kinder/Jugendlichen Anteil auf den Stehplätzen...
Die kommen jetzt aber nicht mehr, sind alle traumatisiert.

Sutje
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Re: Nur noch Hools, Macker und linke Spießer?- St.Pauli nach dem Derby

Beitrag von Sutje » 15.03.2019 02:35

Tullamore hat geschrieben:
14.03.2019 20:20
Wenn die Derby-Klatsche ein Gutes hat, dann dass sie eine überfällige Diskussion über Fanverhalten ausgelöst hat. Gräben, die gefühlt schon seit Jahren bestanden haben, sind durch die Auseinandersetzungen offensichtlich geworden. (Achtung: langer Beitrag!)

Die Fronten sind unübersehbar und im Stadion deutlich sichtbar:

die Südtribüne, mehrheitlich besetzt durch USP und jüngere Fans. Die Gegengerade, Ort der älteren und eher „gutsituierten linken Spießer“. Die Nord, mit gemischtem Publikum, keiner Fraktion so richtig zugehörig und schließlich die Haupttribüne, wo die etablierteren und zahlungskräftigeren Zuschauer sitzen.

Natürlich eine pauschalisierte und persönliche Wertung, aber sicherlich auch mehr als ein Klischee.

Keine Tribüne, keine Fan-Gruppierung hat das Recht, sich über andere Fans zu stellen, solange der Grundkonsens eingehalten wird. Und Grundkonsens heisst vorallem Respekt vor anderen Meinungen.
Genau das wurde am Derbytag mit Füßen getreten. Von Teilen der Süd, von Teilen der GG.

[...]
Ähm, inwiefern wurde von Teilen der GG am So etwas mit den Füßen getreten? :gruebel:

"Haut ab" oder "Ihr seid scheiße..." -Rufe gegenüber der Gruppe die in der Süd wilde Sau gespielt hat?
Einzelne Honks, die komplett daneben sind, aber auf sonstigen Tribünen nicht erwähnt werden?
Hab ich was verpasst?
Gut ist schlichtweg einfach gut!
'Small Minds Discuss People; Average Minds Discuss Events; Great Minds Discuss Ideas.'

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