Ewald Lienen

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Caputo
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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Caputo » 05.04.2019 02:29

halbfan hat geschrieben:
04.04.2019 22:55
...
Und da wären wir wieder bei der Parallele zu Ewald: Gerade dann, wenn die Mannschaft mit dem Rücken zur Wand stand, spielte sie unter ihm auf einmal richtig gut.
Wenn es bei Kauczinski nun ähnlich sein sollte, würde ich sagen, dass es dann doch eher an der Mannschaft und weniger am Trainer liegt. ;)
aaaber nur dann...
:applaus: Skulptur kaputt, Skulptur kaputt :D

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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Lower East Side » 06.04.2019 08:24

Lower East Side hat geschrieben:
01.04.2019 22:39
Am Freitag wird Ewald Lienen um 13 Uhr bei Klassik à la carte auf NDR Kultur zu hören sein:

https://www.ndr.de/ndrkultur/epg/Ewald- ... 93778.html

Sendung wird danach wohl online nachhörbar.
Die interessante Sendung mit Ewald Lienen ist nun online (aus rechtlichen Gründen ohne Musik): https://www.ndr.de/ndrkultur/epg/Ewald- ... 93778.html

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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Lower East Side » 10.04.2019 20:16

Mal was für die Fanboys / Fangirls / Fandiversen unter uns: Ewald Lienen feat. Tschaikowsky (Facebook-Link) ... weiss nicht so recht was ich davon halten soll, aber beim ersten Mal ordentlich gelacht ;)

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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Fähnchen im Wind » 11.04.2019 09:18

Der Zettel-Ewald war's....

...jedenfalls laut Jürgen Muhl, Chef-Pöbler und legitimer Holstein-Schnitgerhans-Verschnitt bei der shz.

Demnach hätte Ewald in Kiel kopfschüttelnd dem an der Linie rumturnenden Kaucz zugeschaut, und dann sein Notizblock gezückt. Der Autor fragt diesbezüglich: "der Anfang vom Ende?".....

Von wegen "Technischer Direktor" - die graue Eminenz im Hintergrund.... :D

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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Blutgrätsche4 » 17.04.2019 12:00

Das Durchstöbern seiner Autobiografie hat einige interessante Dinge ans Licht gebracht bzw. verdeutlicht.
Für mich erfrischend und beeindruckend, wie ehrlich Lienen die bisherige Zeit bei St. Pauli aufarbeitet.
- Lienen und Meggle lagen am Ende menschlich absolut nicht mehr auf einer Wellenlänge, was zu Unruhe im Verein führte. Bei der Kaderplanung für die Saison 2016/2017 wurden Lienens Vorstellungen und Wünsche von Meggle zudem komplett ignoriert.
- Lienen ist von Andreas Rettig und dessen Arbeit absolut begeistert; hört sich fast schon nach einem boy crush an... :)
- Lienen empfand die Zusammenarbeit mit Olaf Janßen und dem damaligen Trainerteam als perfekte Mischung.
- Nach der Rekordrückrunde 2017 wollte Ewald definitiv als Chefcoach weiter machen. Er hatte die Vision und Hoffnung, den Kader in enger Zusammenarbeit mit Andreas Rettig gezielt zu verstärken und in der kommenden Saison den Aufstieg anzustreben. Im Verein setzte man jedoch nicht mehr auf Lienen als Cheftrainer, sondern plante (hinter Lienens Rücken) mit Olaf Janßen, von dem Lienen letztendlich menschlich schwer enttäuscht war.
- In der sportlich erfolglosen Phase der Hinrunde 2016/2017 stand Lienen mehrfach - in Absprache mit Rettig - ganz kurz vor dem Rücktritt.

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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Flecktier » 17.04.2019 12:05

Blutgrätsche4 hat geschrieben:
17.04.2019 12:00

- Lienen und Meggle lagen am Ende menschlich absolut nicht mehr auf einer Wellenlänge, was zu Unruhe im Verein führte. Bei der Kaderplanung für die Saison 2016/2017 wurden Lienens Vorstellungen und Wünsche von Meggle zudem komplett ignoriert.
Ich vermute mal diese Aussage ist gemeint; Lienen und Meggle lagen am Ende menschlich absolut nicht mehr auf einer Wellenlänge, was zu Unruhe im Verein führte. Bei der Kaderplanung für die Saison 2016/2017 wurden Lienens Vorstellungen und Wünsche, von Meggle zudem komplett ignoriert.

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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Flecktier » 17.04.2019 12:10

Blutgrätsche4 hat geschrieben:
17.04.2019 12:00
Das Durchstöbern seiner Autobiografie hat einige interessante Dinge ans Licht gebracht bzw. verdeutlicht.
Für mich erfrischend und beeindruckend, wie ehrlich Lienen die bisherige Zeit bei St. Pauli aufarbeitet.
- Lienen und Meggle lagen am Ende menschlich absolut nicht mehr auf einer Wellenlänge, was zu Unruhe im Verein führte. Bei der Kaderplanung für die Saison 2016/2017 wurden Lienens Vorstellungen und Wünsche von Meggle zudem komplett ignoriert.
- Lienen ist von Andreas Rettig und dessen Arbeit absolut begeistert; hört sich fast schon nach einem boy crush an... :)
- Lienen empfand die Zusammenarbeit mit Olaf Janßen und dem damaligen Trainerteam als perfekte Mischung.
- Nach der Rekordrückrunde 2017 wollte Ewald definitiv als Chefcoach weiter machen. Er hatte die Vision und Hoffnung, den Kader in enger Zusammenarbeit mit Andreas Rettig gezielt zu verstärken und in der kommenden Saison den Aufstieg anzustreben. Im Verein setzte man jedoch nicht mehr auf Lienen als Cheftrainer, sondern plante (hinter Lienens Rücken) mit Olaf Janßen, von dem Lienen letztendlich menschlich schwer enttäuscht war.
- In der sportlich erfolglosen Phase der Hinrunde 2016/2017 stand Lienen mehrfach - in Absprache mit Rettig - ganz kurz vor dem Rücktritt.

Das zeigt aber auch deutlich, wie wichtig es ist, die Egoismen einzelner genau anzuschauen. Ohne jetzt in die tiefe Psychologie einzutauchen, ist es glaube ich auch nicht immer einfach mit Ewald. Der kann schon ein sturer Bock sein. Trotzdem ist es natürlich nicht souverän, die Frage ob Lienen Trainer bleibt, hintenrum zu klären. Das ist schon ärgerlich, dass es scheinbar intern dazu keine Gespräche gegeben hat und jeder da sein eigenes Süppchen gekocht hat. Ärgerlicher ist es, das nicht zu unterbinden. Aber viellicht ist das ja auch passiert. Immerhin waren dann ja TM und auch OJ ziemlich schnell weg vom Fenster.

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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Enniger » 17.04.2019 13:26

Blutgrätsche4 hat geschrieben:
17.04.2019 12:00

- Nach der Rekordrückrunde 2017 wollte Ewald definitiv als Chefcoach weiter machen. Er hatte die Vision und Hoffnung, den Kader in enger Zusammenarbeit mit Andreas Rettig gezielt zu verstärken und in der kommenden Saison den Aufstieg anzustreben. Im Verein setzte man jedoch nicht mehr auf Lienen als Cheftrainer, sondern plante (hinter Lienens Rücken) mit Olaf Janßen, von dem Lienen letztendlich menschlich schwer enttäuscht war.
Das heißt, als man die "Beförderung" zum Technischen Direktor öffentlich als gemeinsamen Entschluss darstellte, bezog sich das nur auf die Frage, ob und was Lienen stattdessen macht? An der Entscheidung für einen Trainer-Wechsel und für Janssen war er nicht beteiligt, und wurde darüber erst informiert, als sie schon gefallen war?

Merkwürdig, dass Lienen dann nur von Janssen so enttäuscht war, und nicht von der Vereinsführung. Oder liegt das daran, dass Lienen noch beim Verein angestellt ist, und wir von der Enttäuschung erst in einer überarbeiteten Neuauflage lesen können, wenn der Vertrag ausgelaufen ist.

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Re: Ewald Lienen

Beitrag von halbfan » 17.04.2019 20:29

Dass das auch von Oke nicht okay war, dürfte klar sein, ich kann es aber dennoch nachvollziehen, dass sich die Enttäuschung in erster Linie auf Janßen fokussiert. Denn die zwei waren wirklich dicke, da hat alles gepasst, und dann stimmt Janßen gegenüber der Vereinsführung zu, dass er es auch alleine macht?! Da hätte ich doch eher erwartet, dass Janßen da ganz klar sagt "könnt ihr vergessen, so wie es war passte es, was soll der Scheiß?", und das vollkommen zu Recht!

Lienen wurde zudem von der Chefetage wieder halbwegs versöhnt, indem man ihm diesen Posten mit doch ziemlich vielen Freiheit vorgeschlagen hat, mit dem -will man seinen öffentlichen Auftritten glauben- er auch immer wieder mächtig viel Spaß hat. Man hat ihm seinen Traum (Cheftrainer mit Aufstiegsambitionen) geklaut, dafür ihm aber (vermutlich) mehr Freizeit geschenkt (was seine Familie sicher positiv goutiert) und spannende Aufgaben gegeben (gibt Schlechteres, als quer durch die Welt zu jetten als Botschafter St. Paulis).

Ich bin froh, dass er noch hier ist. Letztlich ist Lienen immer noch so etwas wie das gute Gewissen St. Paulis. Dem nimmt man die Werte, wenn er von welchen redet, auch ab.
Er hatte nie andere.

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Re: Ewald Lienen

Beitrag von Blutgrätsche4 » 17.04.2019 21:24

Enniger hat geschrieben:
17.04.2019 13:26
Das heißt, als man die "Beförderung" zum Technischen Direktor öffentlich als gemeinsamen Entschluss darstellte, bezog sich das nur auf die Frage, ob und was Lienen stattdessen macht? An der Entscheidung für einen Trainer-Wechsel und für Janssen war er nicht beteiligt, und wurde darüber erst informiert, als sie schon gefallen war?
Richtig.
An der Entscheidung für einen Trainer-Wechsel war Lienen weder beteiligt, noch wusste er überhaupt von diesem Vorhaben (während man zu diesem Zeitpunkt schon Gespräche mit OJ führte und den Vertrag fix machte). Er musste bzw. konnte sich letztendlich nur entscheiden, ob er - in anderer Position - weiterhin beim FC St. Pauli tätig sein möchte, oder ob er den Verein verlässt.
halbfan hat geschrieben:
17.04.2019 20:29
Lienen wurde zudem von der Chefetage wieder halbwegs versöhnt, indem man ihm diesen Posten mit doch ziemlich vielen Freiheit vorgeschlagen hat, mit dem -will man seinen öffentlichen Auftritten glauben- er auch immer wieder mächtig viel Spaß hat. Man hat ihm seinen Traum (Cheftrainer mit Aufstiegsambitionen) geklaut, dafür ihm aber (vermutlich) mehr Freizeit geschenkt (was seine Familie sicher positiv goutiert) und spannende Aufgaben gegeben (gibt Schlechteres, als quer durch die Welt zu jetten als Botschafter St. Paulis).
Der größte Vorteil an der Position des TD ist in meinen Augen die Jobsicherheit. Lienen hat sein Berufsleben in der eigenen Hand.
Zum ersten mal in den letzten 25 Jahren hat Ewald die Gewissheit, dass sein Arbeitsplatz nicht von externen Faktoren (Kader, Verletzungen, Formkrisen, Schiedsrichterentscheidungen) abhängt, sondern alleine von seiner eigenen Arbeit bzw. Leistung. Als Trainer kannst Du noch so gut und fleissig arbeiten, der Erfolg und damit auch der Job hängt stets auch von externen Faktoren außerhalb der eigenen Reichweite ab.
Das dürfte in der Position des TD grundlegend anders sein.
Und das war bestimmt der Hauptgrund für Oke, Ewald Lienen schnellstens in diese Position zu holen. Er wollte ihn langfristig an den Verein binden, und nicht im schlechtesten Fall irgendwann entlassen müssen.
Meiner Meinung nach kam diese Entscheidung jedoch mindestens 1 Jahr zu früh.

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Re: Ewald Lienen

Beitrag von halbfan » 17.04.2019 21:45

Blutgrätsche4 hat geschrieben:
17.04.2019 21:24
Enniger hat geschrieben:
17.04.2019 13:26
Das heißt, als man die "Beförderung" zum Technischen Direktor öffentlich als gemeinsamen Entschluss darstellte, bezog sich das nur auf die Frage, ob und was Lienen stattdessen macht? An der Entscheidung für einen Trainer-Wechsel und für Janssen war er nicht beteiligt, und wurde darüber erst informiert, als sie schon gefallen war?
Richtig.
An der Entscheidung für einen Trainer-Wechsel war Lienen weder beteiligt, noch wusste er überhaupt von diesem Vorhaben (während man zu diesem Zeitpunkt schon Gespräche mit OJ führte und den Vertrag fix machte). Er musste bzw. konnte sich letztendlich nur entscheiden, ob er - in anderer Position - weiterhin beim FC St. Pauli tätig sein möchte, oder ob er den Verein verlässt.
halbfan hat geschrieben:
17.04.2019 20:29
Lienen wurde zudem von der Chefetage wieder halbwegs versöhnt, indem man ihm diesen Posten mit doch ziemlich vielen Freiheit vorgeschlagen hat, mit dem -will man seinen öffentlichen Auftritten glauben- er auch immer wieder mächtig viel Spaß hat. Man hat ihm seinen Traum (Cheftrainer mit Aufstiegsambitionen) geklaut, dafür ihm aber (vermutlich) mehr Freizeit geschenkt (was seine Familie sicher positiv goutiert) und spannende Aufgaben gegeben (gibt Schlechteres, als quer durch die Welt zu jetten als Botschafter St. Paulis).
Der größte Vorteil an der Position des TD ist in meinen Augen die Jobsicherheit. Lienen hat sein Berufsleben in der eigenen Hand.
Zum ersten mal in den letzten 25 Jahren hat Ewald die Gewissheit, dass sein Arbeitsplatz nicht von externen Faktoren (Kader, Verletzungen, Formkrisen, Schiedsrichterentscheidungen) abhängt, sondern alleine von seiner eigenen Arbeit bzw. Leistung. Als Trainer kannst Du noch so gut und fleissig arbeiten, der Erfolg und damit auch der Job hängt stets auch von externen Faktoren außerhalb der eigenen Reichweite ab.
Das dürfte in der Position des TD grundlegend anders sein.
Und das war bestimmt der Hauptgrund für Oke, Ewald Lienen schnellstens in diese Position zu holen. Er wollte ihn langfristig an den Verein binden, und nicht im schlechtesten Fall irgendwann entlassen müssen.
Meiner Meinung nach kam diese Entscheidung jedoch mindestens 1 Jahr zu früh.
Interessanter Beitrag von dir, weil er irgendwo zwei Seiten von Oke aufzeigt, und je nachdem, was man liest, unseren Präsidenten mögen oder hassen könnte.

Mögen: Ein Oke Göttlich erkennt, dass ein Ewald Lienen für den Verein viel wertvoller als TD ist, als er es als Trainer sein könnte und sorgt dafür, dass er dem Verein langfristig erhalten bleibt. Auch die Fans profitieren davon, weil kaum jemand ein besserer Botschafter für den FC St. Pauli fungieren kann als ein Ewald Lienen, der nun einmal die Werte St. Paulis perfekt verkörpert.
Er hat also ein "St. Pauli Gen" langfristig in die Riege der Führungsetage gepflanzt. Kann man eigentlich gar nicht schlecht finden.

Wäre da nicht dieser andere Absatz ...

Was genau ist dann bitte daran St. Pauli, wenn man einen Ewald Lienen hintenrum "ausbootet"? Wie viel ****** muss ein Präsident sein, um so etwas einzufädeln - und damit auch noch durchzukommen? Und: Hat er nicht damit auch eine mögliche Aufstiegssaison gewaltsam verhindert? Die Rückrunde unter Lienen/Janßen war phänomenal, die beste der Vereinsgeschichte, und dann "opfert" er tatsächlich Lienen? Wie wahnsinnig muss ein Präsident sein, um so etwas auseinanderzureißen?

Hätte man wirklich nur diesen ersten Absatz, kann man den doch eigentlich nur hassen. Er hat uns das perfekte Trainergespann mutwillig zerstört!

---

Tja. ;)

Es ist auf jeden Fall genau diese Aktion, die man einem Oke Göttlich grundsätzlich ankreiden wird, solange St. Pauli nicht doch mal unter ihm aufsteigt. Denn man weiß ja inzwischen, dass die Entscheidung, dieses Duo zu trennen, fatal war. Man weiß nicht, ob es zusammen weiter so gut gearbeitet hätte, aber die Tatsache, dass es nicht einmal die Chance erhielt, mal eine gesamte Saison durchzuarbeiten, da sage ich auch: Es war auf jeden Fall ein Jahr zu früh.

Auf der anderen Seite -und ich sehe halt immer eine andere Seite- haben wir nun Ewald, möglicherweise bis zur Rente. Wir werden an ihm noch lange Freude haben, Trainer kommen und gehen, er bleibt. Eine Konstante mehr hier auf St. Pauli.
Und: Dass an diesem zweiten Absatz sehr viel dran sein könnte, merkt man auch daran, dass sie alte St. Pauli-Haudegen langsam, aber sicher sukzessive zurückholen. Schulle macht nun einen guten Job, und es würde mich nicht wundern, wenn Fabian Boll früher oder später auch von Oke Göttlich zurückgeholt wird. Und, darf man auch nicht vergessen, Lienen machte zwar gute Miene zu bösem Spiel in jener TD-Vorstellungsrunde damals, aber ich habe mir diese PK echt schon oft ansgesehen und kann nicht umhin zuzugeben, dass die Begeisterung Lienens für seinen neuen Job nicht gespielt wirkt. Er mochte vielleicht gerne als Trainer weiter gearbeitet haben, aber offensichtlich war Oke es gelungen, ihm ein Anforderungsprofil als TD auf den Leib zu schneidern, sodass Lienen offenbar auch wirklich Bock drauf hatte, dieses neue Feld kennen zu lernen.

Manchmal sieht man ja noch Lienen, oft auch im Zusammenhang mit Heimspielen, wenn er geht, aber auch sonst in Interviews über alles Mögliche.
Auf mich macht Ewald, seitdem er TD ist, einen extrem entspannten Eindruck.
Insofern überwiegt da bei mir persönlich, dass ich es gut finde, dass Göttlich ihn hier langfristig auf diese Weise binden konnte. Weil ich mir einfach nicht des Eindrucks erwehren konnte, dass Lienen schon längst seinen Frieden mit der "Ausbootung" damals gefunden hat und auch nicht eben nachtragend wirkt.
Er wirkt -soweit man das von außen beurteilen kann- zufrieden. Wenn nicht sogar: Glücklich.
:)

Milhouse
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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Milhouse » 18.04.2019 09:36

Enniger hat geschrieben:
17.04.2019 13:26
Blutgrätsche4 hat geschrieben:
17.04.2019 12:00

- Nach der Rekordrückrunde 2017 wollte Ewald definitiv als Chefcoach weiter machen. Er hatte die Vision und Hoffnung, den Kader in enger Zusammenarbeit mit Andreas Rettig gezielt zu verstärken und in der kommenden Saison den Aufstieg anzustreben. Im Verein setzte man jedoch nicht mehr auf Lienen als Cheftrainer, sondern plante (hinter Lienens Rücken) mit Olaf Janßen, von dem Lienen letztendlich menschlich schwer enttäuscht war.
Das heißt, als man die "Beförderung" zum Technischen Direktor öffentlich als gemeinsamen Entschluss darstellte, bezog sich das nur auf die Frage, ob und was Lienen stattdessen macht? An der Entscheidung für einen Trainer-Wechsel und für Janssen war er nicht beteiligt, und wurde darüber erst informiert, als sie schon gefallen war?

Merkwürdig, dass Lienen dann nur von Janssen so enttäuscht war, und nicht von der Vereinsführung. Oder liegt das daran, dass Lienen noch beim Verein angestellt ist, und wir von der Enttäuschung erst in einer überarbeiteten Neuauflage lesen können, wenn der Vertrag ausgelaufen ist.
Wenn Lienen von der Vereinsführung so massiv enttäuscht gewesen wäre, hätte es mich sehr erstaunt, dass er dann den Repräsentantenjob annimmt.
Das passt ja eigentlich nicht mit der konsequenten und klaren Haltung von Lienen zusammen: Jemand verarscht mich und schiebt mich auf nen extra für mich geschaffenen Posten ab, und ich nehme das klaglos hin?
Geld ist wichtiger als Moral?

Finde ich irgendwie nicht logisch, nachdem, wie ich Lienen kennengelernt habe

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Re: Ewald Lienen 2017

Beitrag von Taktiktafel » 18.04.2019 11:39

Milhouse hat geschrieben:
18.04.2019 09:36
Enniger hat geschrieben:
17.04.2019 13:26
Blutgrätsche4 hat geschrieben:
17.04.2019 12:00

- Nach der Rekordrückrunde 2017 wollte Ewald definitiv als Chefcoach weiter machen. Er hatte die Vision und Hoffnung, den Kader in enger Zusammenarbeit mit Andreas Rettig gezielt zu verstärken und in der kommenden Saison den Aufstieg anzustreben. Im Verein setzte man jedoch nicht mehr auf Lienen als Cheftrainer, sondern plante (hinter Lienens Rücken) mit Olaf Janßen, von dem Lienen letztendlich menschlich schwer enttäuscht war.
Das heißt, als man die "Beförderung" zum Technischen Direktor öffentlich als gemeinsamen Entschluss darstellte, bezog sich das nur auf die Frage, ob und was Lienen stattdessen macht? An der Entscheidung für einen Trainer-Wechsel und für Janssen war er nicht beteiligt, und wurde darüber erst informiert, als sie schon gefallen war?

Merkwürdig, dass Lienen dann nur von Janssen so enttäuscht war, und nicht von der Vereinsführung. Oder liegt das daran, dass Lienen noch beim Verein angestellt ist, und wir von der Enttäuschung erst in einer überarbeiteten Neuauflage lesen können, wenn der Vertrag ausgelaufen ist.
Wenn Lienen von der Vereinsführung so massiv enttäuscht gewesen wäre, hätte es mich sehr erstaunt, dass er dann den Repräsentantenjob annimmt.
Das passt ja eigentlich nicht mit der konsequenten und klaren Haltung von Lienen zusammen: Jemand verarscht mich und schiebt mich auf nen extra für mich geschaffenen Posten ab, und ich nehme das klaglos hin?
Geld ist wichtiger als Moral?

Finde ich irgendwie nicht logisch, nachdem, wie ich Lienen kennengelernt habe
Ja, merkwürdig
aber St. Pauli ist größer, da kann man persönliche Enttäuschungen nur hinten anstellen.....

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Re: Ewald Lienen

Beitrag von Blutgrätsche4 » 18.04.2019 11:45

Lienen schreibt auch, dass er über diese Entscheidung gründlich nachdenken musste.
Letztendlich dürfte die Entscheidung vor allem dadurch gefallen sein, dass er sich bei St. Pauli extrem wohl fühlt, und das ganze Umfeld ihm absolut zusagt.
Zudem ist ein sicherer und langfristiger Arbeitsplatz (und damit eine verlässliche Lebensplanung) für einen Weltenbummler wie Ewald bestimmt auch mal eine positive Abwechslung, vor allem im fortgeschrittenen Alter.

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Re: Ewald Lienen

Beitrag von Enniger » 19.04.2019 00:54

Blutgrätsche4 hat geschrieben:
18.04.2019 11:45
Lienen schreibt auch, dass er über diese Entscheidung gründlich nachdenken musste.
Letztendlich dürfte die Entscheidung vor allem dadurch gefallen sein, dass er sich bei St. Pauli extrem wohl fühlt, und das ganze Umfeld ihm absolut zusagt.
Zudem ist ein sicherer und langfristiger Arbeitsplatz (und damit eine verlässliche Lebensplanung) für einen Weltenbummler wie Ewald bestimmt auch mal eine positive Abwechslung, vor allem im fortgeschrittenen Alter.
Das glaube ich auch. Und die Alternative wäre ja, ohne Anstellung zu sein, also nur als sky-Experte, Schriftsteller, Vortragsreisender, freischaffender Philosoph etc. tätig zu sein. Das kann er so auch alles machen, und er hat obendrein beim Verein die Gelegenheit, Sachen zu machen, die er sonst nicht machen könnte, die er sicher gerne macht und die ihm Erfahrungen und Einblicke verschaffen, die er noch nicht kannte.

Ich bin mir allerdings sicher, dass sein Vertrag eine Ausstiegsklausel enthält für den Fall, dass er ein reizvolles Angebot als Trainer erhält. Wird er im TV gefragt, ob er sich vorstellen könnte, noch mal ein Trainerposten zu übernehmen, bejaht er das mit einer Selbstverständlichkeit, als wär er gefragt worden, ob er noch bis 3 zählen könne. Natürlich kann er sich das vorstellen. Dumme Frage. Als er vor einigen Wochen bei sky vom Moderator unvorsichtigerweise mal als Ex-Trainer vorgestellt wurde, ist er gleich dazwischen gefaucht. Er ist Trainer, nur momentan ohne Job.

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