Astras (u.a.) Sexismus

Vorstand, Abteilungen, Vermarktung
Breadstar
Administrator||Administratorin
Administrator||Administratorin
Beiträge: 9004
Registriert: 05.09.2001 02:00
Wohnort: Linden

Re: Astras (u.a.) Sexismus

Beitrag von Breadstar » 14.06.2019 20:03

Naja, ich habe geschrieben, dass Snorres letzte drei Beiträge ohne inhaltlichen Beitrag auskamen und es dennoch schafften eine Seite der Diskussion (wenn man es so simple fassen möchte dass es zwei Seiten gibt) zu diffamieren. Woran ich das festmachte habe ich aufgeführt. Und damit wird natürlich indirekt deutlich gemacht auf welcher Seite man steht.

Und du findest ernsthaft, Feminismus und Feministinnen sind die gesellschaftlich mächtigere Position/Gruppe als Leute/eine Position, die das für nicht so ein relevantes Thema halten/hält?
Würdelos.

emzpiraatin
Moderator||Moderatorin
Moderator||Moderatorin
Beiträge: 1690
Registriert: 22.02.2013 12:27
Wohnort: Ja

Re: Astras (u.a.) Sexismus

Beitrag von emzpiraatin » 14.06.2019 22:55

Lino Ventura hat geschrieben:
14.06.2019 13:52
emzpiraatin hat geschrieben:
14.06.2019 11:58
Finger hat geschrieben:
14.06.2019 09:17
Aber genau darum dreht sich ja hier dieser Thread: Wollen wir wirklich, das unser Verein mit seinen Werten von Astra gesponsort wird (und von denen das Bier im Stadion kommt), die mit ihren Werbekampagnen offenbar so eine (männliche) Zielgruppe ansprechen wollen? Ich persönlich will das nicht.
Richtig. Mir geht es um eine Sensibilisierung genau dafür und nicht um die Definition von Halb-, Teil-, Sekundär- Wasweißichnochalles-Sexismus
Nur zum Verständnis: Dir geht es im Fall astra also in erster Linie um die Ablehnung anzüglicher Zweideutigkeiten und weniger um einen klar formulierten Sexismus-Vorwurf?
Gut, dass du nachfragst.
Nein. Das ist für mich etwas, das unbedingt parallel läuft und sich nicht voneinander trennen lässt. Ein klar formulierter Sexismus-Vorwurf kann nur dann erhoben werden, wenn diese „anzüglichen Zweideutigkeiten“ als das erkannt werden, was sie sind, nämlich Sexismus. Und nicht relativierender Halb-, Teil- oder Sekundärsexismus. Und dafür finde ich eine Sensibilisierung von Nichtbetroffenen wichtig. Auch, um die Strukturen dahinter zu erkennen. Wer sich wann was erlauben kann und warum. Was das für Auswirkungen auf Betroffene hat. Und auf die Herren der anzüglichen Zweideutigkeiten.
:megafon:
Bitte bei Diffamierungen etwas kreativer vorgehen und zudem vorab prüfen, ob ich mich davon überhaupt angegriffen fühlen könnte.
Glaubt mir, ihr erfindet das Rad nicht neu, ihr macht euch nur zum Otto.

emzpiraatin
Moderator||Moderatorin
Moderator||Moderatorin
Beiträge: 1690
Registriert: 22.02.2013 12:27
Wohnort: Ja

Re: Astras (u.a.) Sexismus

Beitrag von emzpiraatin » 14.06.2019 23:01

Tommy hat geschrieben:
14.06.2019 14:34
@emzpiraatin: ich kenne durchaus frauen, die dem steckdose suchenden kollegen proaktiv ein "du darfst ihn jederzeit bei mir reinstecken" entgegen schmettern würden. das ist halt das angesprochene "mario barth niveau", ekliger aber nicht unbedingt geschlechterspezifischer "humor".
Ja, ich wünschte, ich wäre derart schlagfertig in solchen Situationen. Respekt dafür.
Aber komplett neu in einer Branche und noch nicht lange in einem Unternehmen zu sein und dann damit konfrontiert zu werden, dass der Vorgesetzte sich derart mariobarthesk wie eine offene Hose benimmt, hat mich in der Situation eher erstarren lassen.

Inzwischen befinde ich mich beruflich wieder in vertrautem Terrain, da lass ich mir durchaus nicht die Butter vom Brot nehmen, erwische mich jedoch auch da immer wieder mal dabei, dass mir hinterher die besten Sprüche einfallen.
:megafon:
Bitte bei Diffamierungen etwas kreativer vorgehen und zudem vorab prüfen, ob ich mich davon überhaupt angegriffen fühlen könnte.
Glaubt mir, ihr erfindet das Rad nicht neu, ihr macht euch nur zum Otto.

Lino Ventura
Alter Stamm
Alter Stamm
Beiträge: 650
Registriert: 01.09.2018 09:56

Re: Astras (u.a.) Sexismus

Beitrag von Lino Ventura » 14.06.2019 23:53

Breadstar hat geschrieben:
14.06.2019 20:03
Naja, ich habe geschrieben, dass Snorres letzte drei Beiträge ohne inhaltlichen Beitrag auskamen und es dennoch schafften eine Seite der Diskussion (wenn man es so simple fassen möchte dass es zwei Seiten gibt) zu diffamieren. Woran ich das festmachte habe ich aufgeführt. Und damit wird natürlich indirekt deutlich gemacht auf welcher Seite man steht.

Und du findest ernsthaft, Feminismus und Feministinnen sind die gesellschaftlich mächtigere Position/Gruppe als Leute/eine Position, die das für nicht so ein relevantes Thema halten/hält?
Nein, wie kommst Du denn darauf? Ich glaube wir reden komplett aneinander vorbei. ;)

Lino Ventura
Alter Stamm
Alter Stamm
Beiträge: 650
Registriert: 01.09.2018 09:56

Re: Astras (u.a.) Sexismus

Beitrag von Lino Ventura » 15.06.2019 00:06

emzpiraatin hat geschrieben:
14.06.2019 22:55
Lino Ventura hat geschrieben:
14.06.2019 13:52
emzpiraatin hat geschrieben:
14.06.2019 11:58

Richtig. Mir geht es um eine Sensibilisierung genau dafür und nicht um die Definition von Halb-, Teil-, Sekundär- Wasweißichnochalles-Sexismus
Nur zum Verständnis: Dir geht es im Fall astra also in erster Linie um die Ablehnung anzüglicher Zweideutigkeiten und weniger um einen klar formulierten Sexismus-Vorwurf?
Gut, dass du nachfragst.
Nein. Das ist für mich etwas, das unbedingt parallel läuft und sich nicht voneinander trennen lässt. Ein klar formulierter Sexismus-Vorwurf kann nur dann erhoben werden, wenn diese „anzüglichen Zweideutigkeiten“ als das erkannt werden, was sie sind, nämlich Sexismus. Und nicht relativierender Halb-, Teil- oder Sekundärsexismus. Und dafür finde ich eine Sensibilisierung von Nichtbetroffenen wichtig. Auch, um die Strukturen dahinter zu erkennen. Wer sich wann was erlauben kann und warum. Was das für Auswirkungen auf Betroffene hat. Und auf die Herren der anzüglichen Zweideutigkeiten.
Und Du bist Dir sicher, was Sexismus in Bezug auf die Darstellung in der Werbung ist? Das ist eine aufrichtig gemeinte Frage.
Ich war mir da auch mal recht sicher, aber mit dem wandelnden Männerbild und der Übernahme ähnlicher Objektifizierung von Männerkörpern (mittlerweile sogar inklusive Magersucht) und der entsprechenden Rezeption werde ich tatsächlich immer unsicherer, ob der Begriff Sexismus in diesem Zusammenhang noch lange Sinn machen wird. Jedenfalls wenn man Sexismus als Machtverhältnis versteht.
Aber klar, sowas wie die Astra-Werbung gibt es natürlich nicht 1:1 gespiegelt.
Zuletzt geändert von Lino Ventura am 15.06.2019 00:20, insgesamt 1-mal geändert.

Lino Ventura
Alter Stamm
Alter Stamm
Beiträge: 650
Registriert: 01.09.2018 09:56

Re: Astras (u.a.) Sexismus

Beitrag von Lino Ventura » 15.06.2019 00:09

emzpiraatin hat geschrieben:
14.06.2019 23:01
Tommy hat geschrieben:
14.06.2019 14:34
@emzpiraatin: ich kenne durchaus frauen, die dem steckdose suchenden kollegen proaktiv ein "du darfst ihn jederzeit bei mir reinstecken" entgegen schmettern würden. das ist halt das angesprochene "mario barth niveau", ekliger aber nicht unbedingt geschlechterspezifischer "humor".
Ja, ich wünschte, ich wäre derart schlagfertig in solchen Situationen. Respekt dafür.
Aber komplett neu in einer Branche und noch nicht lange in einem Unternehmen zu sein und dann damit konfrontiert zu werden, dass der Vorgesetzte sich derart mariobarthesk wie eine offene Hose benimmt, hat mich in der Situation eher erstarren lassen.

Inzwischen befinde ich mich beruflich wieder in vertrautem Terrain, da lass ich mir durchaus nicht die Butter vom Brot nehmen, erwische mich jedoch auch da immer wieder mal dabei, dass mir hinterher die besten Sprüche einfallen.
Ich finde das tatsächlich nicht schlagfertig, sondern würdelos. Das ist so eine Art vorauseilender Passiv-Sexismus.
leo bedankte sich

darktrail
Moderator||Moderatorin
Moderator||Moderatorin
Beiträge: 7426
Registriert: 05.10.2010 21:58
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: Astras (u.a.) Sexismus

Beitrag von darktrail » 17.06.2019 12:10

Lino Ventura hat geschrieben:
15.06.2019 00:06

Ich war mir da auch mal recht sicher, aber mit dem wandelnden Männerbild und der Übernahme ähnlicher Objektifizierung von Männerkörpern (mittlerweile sogar inklusive Magersucht) und der entsprechenden Rezeption werde ich tatsächlich immer unsicherer, ob der Begriff Sexismus in diesem Zusammenhang noch lange Sinn machen wird. Jedenfalls wenn man Sexismus als Machtverhältnis versteht.
Ich glaube, jetzt verstehe ich erstmals deinen zentralen Punkt - du willst den Begriff des Machtverhältnisses kontextbezogen betrachten und sagst quasi, in der Werbung gebe es dieses Verhältnis zwischen Mann und Frau nicht mehr, richtig? Mir ging es bislang eher um das gesamtgesellschaftlich weiterhin bestehende Machtverhältnis, das in der Werbung ebenso wie in anderen Zusammenhängen aufgegriffen wird. Das erscheint mir auch passender, weil ich nicht glaube, dass sich einzelne Bereiche menschlichen Zusammenlebens wirklich so trennscharf aus der Gesamtgesellschaft und dem gesamten Zusammenleben herauslösen lassen. Natürlich hast du insofern recht, dass Männerkörper in der Werbung teils in ähnlicher Weise objektifiziert werden. Aufgrund der weiterhin bestehenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse, die sich trotz aller Fortschritte eben bei weitem noch nicht angeglichen haben, bleibt aus meiner Sicht da aber trotzdem eine gänzlich andere Konnotation. Anders gesagt: Selbst wenn ein Männerkörper im Werbekontext als Objekt dargestellt wird, so rezipiert diese Darstellung eben nicht die gesellschaftlichen Verhältnisse, und insbesondere handelt es sich angesichts dieser Verhältnisse auch nicht um eine Reduktion hierauf. Das macht die Darstellung zwar nicht progressiv, aber sie wäre aus anderen Gründen rückschrittlich.

Ob der Wandel des Männerbildes und die Werbung für Biermarken am Ende wirklich identische Gesellschaftsschichten erreichen, weiß ich übrigens auch nicht. Ich glaube, Letzteres geht leider deutlich weiter in die Breite als Ersteres.
Der Fußball, das Leben und der ganze Rest:
http://gastspiel.wordpress.com/

Antworten